BERLINER SZENE vom 9. Februar

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Unerwünschte Reklame

Auf diese Werbung hätte Rainer Brüderle sicher gerne verzichtet: Ein riesiges Plakat mit dem Konterfei des FDP-Fraktionschefs ziert eine Hauswand in Berlin. Darauf hält er einen Finger vor den Mund, als wolle er sagen: "Psst!" Dazu der Spruch: "Diskreter und anonymer als jede Hotelbar." Es handelt sich um das Plakat eines "Fremdgehportals" im Internet, das sich rühmt, es habe allein in Deutschland mehr als 400 000 Mitglieder. Der Spitzen-Liberale steht unter Druck, weil er vor einem Jahr an einer Hotelbar einer Stern-Reporterin umstrittene Komplimente gemacht hatte. Dazu schweigt er eisern - auch zu der Frage, ob er gegen die Werbung vorgehen will.

Buhlen um Obama

Heftig wirbt die Bundeskanzlerin für einen Berlin-Besuch des US-Präsidenten noch vor der Bundestagswahl im September. Barack Obama war zwar im Sommer 2008 als Herausforderer von George W. Bush schon mal in der deutschen Hauptstadt - und durfte auf Geheiß von Angela Merkel damals nicht vor der amerikanischen Botschaft am Brandenburger Tor reden, sondern musste an die Siegessäule ausweichen. Doch als Präsident traf sich Obama mit Merkel bislang nur in den neuen Ländern, in Dresden und Buchenwald. Nun hofft die Kanzlerin, dass der mächtige Mann aus dem Weißen Haus in seiner zweiten Amtsperiode endlich wieder an die Spree kommt. Das Protokoll der Bundesregierung hat in Washington den 26. Juni als Wunschtermin vorgeschlagen, dann nämlich sind genau 50 Jahre vergangen, seit Präsident John F. Kennedy seine legendäre Rede vor dem Schöneberger Rathaus hielt: "Ich bin ein Berliner."

Neuer Blog für Peer

Nach dem Debakel mit dem von unbekannten Sponsoren unterstützten "Peerblog" arbeitet die SPD an einem eigenen Internet-Blog für ihren Kanzlerkandidaten. Hacker hatten den wegen seiner umstrittenen Finanzierung kritisierten Blog eines privaten Betreibers angegriffen und dafür gesorgt, dass die Seite vom Netz genommen wurde. SPD-Schatzmeisterin Barbara Hendricks, eine langjährige Vertraute Steinbrücks, kündigte jetzt an, die Internet-Experten der Partei bauten einen offiziellen SPD-Blog für den Kandidaten auf. Parteichef Sigmar Gabriel kommentierte die gescheiterte Initiative der Steinbrück-Unterstützer mit den Worten: "Manchmal kann man sich gegen Freunde nicht wehren." Die öffentliche Debatte darüber findet Gabriel allerdings "moralingesäuert".

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