BERLINER SZENE vom 14. Juli

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Norbert Lammert empfahl den Abgeordneten, das Handgepäck griffbereit zu haben.

Kein schöner Zug

Auch wenn der Sommer es bisher gnädig mit der Deutschen Bahn meinte und die Klimaanlagen der ICE-Züge nicht sonderlich herausforderte, sind Fernreisende auf der Schiene gleichwohl nicht vor Verspätungen sicher. Als Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) jüngst den Leiter seiner für die Bahn zuständigen Abteilung, Michael Harting, in den verdienten Ruhestand verabschiedete, war dem Pensionär eine gewisse Unruhe anzumerken. Der Beamte vermisste einen wichtigen Gast bei der ministeriellen Zeremonie - seine Ehefrau. Die werte Gattin des Ministerialdirektors hatte in Bonn voller Vorfreude den Zug nach Berlin bestiegen, kam dann aber um 90 Minuten verspätet am Zielbahnhof an und verpasste so die offizielle Verabschiedung ihres Mannes. Kein schöner Zug von der Bahn.

Extraschicht mit Ansage

Niemand unter den 620 Abgeordneten kann überrascht gewesen sein, als jetzt die Einladung zur Sondersitzung des Bundestages am kommenden Donnerstag eintraf. Schließlich hatte Parlamentspräsident Norbert Lammert (CDU) seine Kollegen beim Abschied in die Sommerpause ausdrücklich gewarnt: "Schwimmen Sie nicht zu weit raus und achten Sie darauf, das Handgepäck immer griffbereit zu haben." Wer es dennoch nicht schafft, rechtzeitig aus dem Urlaubsdomizil nach Berlin zu kommen, muss für unentschuldigtes Fehlen 100 Euro zahlen. Vorsichtshalber sind sowohl CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder als auch sein SPD-Kollege Frank-Walter Steinmeier bisher im Lande geblieben, SPD-Chef Sigmar Gabriel unterbricht seine Elternzeit in Magdeburg nur für ein paar Stunden.

Spontanbesuch möglich

Der Besuch der Reichstagskuppel gehört zum Pflichtprogramm aller Berlin-Touristen. Doch seit November 2010 ist es nicht mehr möglich, sich einfach anzustellen, um dem Parlament aufs Dach zu steigen: Nach Terrorwarnungen wurde der Zugang stark eingeschränkt. Seit gut einem Jahr kann die Kuppel zwar wieder unabhängig von einer Führung durchs Haus besucht werden, aber nur nach vorheriger Anmeldung und mit mindestens zwei Tagen Vorlauf. Da lohnt ein frühzeitiger Blick ins Internet. Jetzt kommen auch wieder Spontanbesucher aufs Dach, aber nur, wenn noch Kapazitäten frei sind. Anmelden muss man sich beim Besucherdienst vor dem Reichstag, (7.30 bis 20 Uhr) dennoch und zwei Stunden vorher. gha/ dik

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