Hurrikan „Irma“: Begrenzte Schäden auf Kuba

Lag es am guten Vorwarnsystem? Die Zahl der Todesopfer auf Kuba, die der Sturm „Irma“ gefordert hat, ist nach jetzigen Informationen überschaubar.

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Wassermassen in der Altstadt von Havanna. Auf Kuba hat der Hurrikan „Irma“ schwere  Schäden verursacht.  Foto: 

Die Bilder aus der historischen Altstadt Havannas lassen nichts Gutes erahnen. Fast einen Meter hoch steht das Wasser im Vorzeigestadtteil der renovierten kubanischen Metropole. Dazu meterhohe Wellen, die auf das Ufer klatschen. Erste Berichte aus dem Norden der Insel sorgen ebenfalls für Erschütterung: Es ist die Rede von großen Zerstörungen. Mindestens zehn Menschen sollen auf Kuba ums Leben gekommen sein. Doch es gibt auch scharfe Kritik an den deutschen und US-amerikanischen Medien. Während Hurrikan Irma sich über Kuba stundenlang entlud, berichteten viele TV-Sender und Portale vor allem über die Vorbereitungen auf das Eintreffen des „Monstersturms“ in Florida.

Die zurückhaltende Berichterstattung aus Kuba ist auch einer repressiven Politik gegenüber unabhängigen ausländischen Medien geschuldet. Trotz der Tauwetterpolitik und dem Abbau der Handelsbeschränkungen zwischen den USA und Kuba tut sich die Regierung nach wie vor schwer, eine freie unzensierte Berichterstattung zuzulassen.

 Doch unabhängig davon gilt zunächst einmal: Kubas Vorwarn- und Evakuierungssystem gilt in der Region als vorbildlich. Die Menschen werden in der Regel umfassend und seriös informiert, im Gegensatz zu anderen Ländern kommt es auf Kuba kaum zu Todesopfern, auch wenn der Sturm noch so heftig tobt. Ob es auch diesmal so ist, werden die nächsten Tage zeigen. Kubas Regierung ist nicht ganz zu Unrecht sehr stolz auf seine funktionierende Notfallpolitik. Kritik daran ist auf Kuba ein Tabubruch. Dass das unabhängige Portal „14ymedio“ vor Irma über die leeren Supermärkte berichtete, in denen sich die Kubaner vergeblich auf den Sturm vorbereiten und eine Notfallration anlegen wollen, ist die Ausnahme. Das Portal ist auf Kuba nur mit technischen Tricks zu erreichen.

Urlauber werden zurückgeholt

Der Touristikkonzern TUI hat wegen des Wirbelsturms „Irma“ Reisen nach Varadero in Kuba bis einschließlich Montag kommender Woche abgesagt. Außerdem beschloss das Unternehmen am Montag, die etwa 600 Urlauber in der Region „so schnell wie möglich nach Hause zu fliegen“. Grund dafür sei, dass durch die Schäden, die der Hurrikan verursacht habe, das gebuchte Angebot nicht erbracht werden könne.

Wer eine Reise mit einem Ankunftsdatum bis zum 18. September gebucht habe, bekomme seinen Reisepreis zurück, erklärte TUI Deutschland. An seinen Warnungen für Florida hielt der Reiseanbieter fest. Wer in den kommenden Tagen dorthin reisen wolle, möge „dringend“ seine Absichten überdenken, hieß es wie bereits schon Ende vergangener Woche. Florida-Reisende können bis einschließlich Donnerstag kostenlos umbuchen oder stornieren.

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