Bayerns Justiz gibt Rätsel auf

Für die bayerische Justiz, deren Ruf durch die Affäre Mollath gelitten hat, stellt die beschlagnahmte Kunstsammlung Gurlitts eine neue Herausforderung dar.

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Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz meinte es noch als Scherz. Auf der Pressekonferenz in Augsburg nach dem Auffliegen der Gurlitt-Sammlung sagte er trocken auf die Frage, was mit den Bildern geschehen soll: "Wir machen jedenfalls keine Ausstellung."

Genau das könnte nun Wirklichkeit werden. Bayerns neuer Justizminister Winfried Bausback (CSU) jedenfalls möchte im Einvernehmen mit dem 80-jährigen Kunsthändlersohn Cornelius Gurlitt eine Stiftung gründen und Teile der Werke der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Um welche Bilder es sich dabei handeln könnte, ist aber noch völlig offen: 310 der 1280 in Gurlitts Schwabinger Wohnung aufgespürten Bilder gelten als sein Eigentum und sollen ihm zurückgegeben werden. Die anderen 970 werden von der "Task Force" dahingehend untersucht, ob sie NS-Raubkunst sind oder von den Nazis als "entartete Kunst" diffamierte Werke.

Nach der Blamage im Fall Mollath sieht Bayerns Justiz wieder nicht gut aus. Bereits im Frühjahr 2012 wurden hochrangige Ministerialbeamte über den Bilderfund informiert, nicht aber die damalige Ministerin Beate Merk. Auch die Staatsanwaltschaft gibt Rätsel auf. So hatte Nemetz zunächst behauptet, er habe nach der Vernehmung keinerlei Kontakt zu Gurlitt gesucht. Nun erklärt er, dass die Behörde längst mit ihm reden wollte, er aber weder telefonisch noch schriftlich zu erreichen gewesen sei.

Zunächst gilt es, Gurlitt davon zu überzeugen, dass er die Bilder aus Sicherheitsgründen nicht wieder im Wohnzimmer aufbewahren kann. Offensichtlich braucht der plötzlich im Zentrum öffentlichen Interesses stehende, weltabgewandte Mann Hilfe. Bisher zieht er nicht mal einen Anwalt zu Rate.

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