Bangen um Mesale Tolu geht weiter

Der Haftprüfungstermin für die Neu-Ulmer Übersetzerin Mesale Tolu ist verschoben worden. Ihre Anwältin zeigt sich wenig zuversichtlich.

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Die Entscheidung der türkischen Justiz über die Haft­entlassung der deutschen Übersetzerin und Journalistin Mesale Tolu ist verschoben worden. Das zuständige Gericht habe den Fall aus Zeitmangel nicht prüfen können, sagte Tolus Anwältin. Sie hoffe auf eine Entscheidung am Mittwoch. Tolu wurde in Ulm geboren und hat ihren Hauptwohnsitz in Neu-Ulm. Sie arbeitete für die regierungskritische Nachrichtenagentur Etha.

Am 30. April war sie festgenommen worden. Wegen Terrorpropaganda und Mitgliedschaft in einer Terrororganisation drohen ihr bis zu 15 Jahre Haft. Familie und Freude bangen um die junge Frau, die ihren zweijährigen Sohn bei sich im Gefängnis hat.

Forderungen nach Kurswechsel werden laut

Unterdessen erhielt der deutsch-türkische „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel nach rund einem halben Jahr Untersuchungshaft  erneut Besuch vom deutschen Botschafter. Der Journalist sitzt im Gefängnis Silivri, wo auch der deutsche Menschenrechtler Peter Steudtner inhaftiert ist. Beide stehen unter Terrorverdacht. Die Beziehungen zur Türkei sind seit langem angespannt. Nachdem Ankara gegen den deutschen Autor Dogan Akhanli ein Ausreiseverbot aus Spanien erwirkt hat, werden Forderungen nach einem Kurswechsel  der EU gegenüber Ankara lauter. „Achselzucken alleine ist auf Dauer keine politische Strategie“, sagte EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn der „Süddeutschen Zeitung“.

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Themenschwerpunkt

Der Fall Mesale Tolu

Seit Ende April 2017 sitzt die deutsche und in Ulm geborene Journalistin Mesale Tolu in einem türkischen Gefängnis. Der Vorwurf: „Terrorpropaganda“ und „Mitgliedschaft in einer Terrororganisation“.

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