Austritt der USA und Israels erschüttert die Unesco

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Die Fahnen der Mitgliedsländer im Unesco-Hauptquartier in Paris. Foto: Christophe Petit Tesson  Foto: 

Erschüttert von einer Krise wegen des Austritts der USA und Israels besetzt die UN-Kulturorganisation Unesco heute ihren Spitzenposten neu. Im Exekutivrat lag zuletzt der katarische Kandidat Hamad bin Abdulasis al-Kawari mit 22 Stimmen vorne.

Gegen ihn tritt entweder die französische Ex-Ministerin Audrey Azoulay oder die ägyptische Bewerberin Muschira Chattab an. Beide Frauen müssen sich einer Stichwahl stellen. Am 10. November muss die Generalkonferenz dem neuen Unesco-Generaldirektor zustimmen.

Die Unesco ist in schweren Turbulenzen, weil die USA und Israel am Donnerstag überraschend ihren Rückzug angekündigt hatten. Sie werfen der Organisation nach der Aufnahme Palästinas und einer Reihe von Beschlüssen israelfeindliche Tendenzen vor.

Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, sagte am Donnerstag (Ortszeit), der Austritt aus der Unesco habe mit einem Streit um deren Spitze nichts zu tun. Sie hatte zuvor klargemacht, Washington störe sich an den „anti-israelischen Tendenzen“ in der Unesco und an Zahlungsrückständen. Der Austritt soll nach ihren Angaben am 31. Dezember 2018 wirksam werden.

Nauert sagte, die USA wollten, dass die Politik aus der Unesco herausgehalten werde. Mit Blick auf Palästina sei das nicht geschehen, also habe man die Konsequenzen gezogen. Sollte die Unesco eine wirkliche Reform erwägen und sich wieder nur auf Dinge wie die Kultur beschränken, könnten die USA den Austritt neu bewerten.

Wenige Stunden nach den USA kündigte auch der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu den Rückzug seines Landes aus der Unseco an. Er lobte die Entscheidung der US-Regierung.

Die Arbeit der Unesco stand in den vergangenen Jahren immer wieder im Schatten von Streit um den Nahostkonflikt. Nach der Aufnahme Palästinas in die Organisation hatten die USA bereits 2011 ihre Zahlungen an die Unesco gestoppt - dabei wären sie eigentlich der größte Beitragszahler.

Unesco-Generaldirektorin Irina Bokowa bedauerte die Entscheidung Washingtons. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) und eine Reihe von Vertretern aus Politik und Gesellschaft in Deutschland äußerten Unverständnis über den Austritt beider Länder.

Die Unesco ist vor allem für die Listen des Weltkulturerbes bekannt.

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Kommentare

13.10.2017 19:59 Uhr

UNESCO

Perlen der Kultur im UNESCO-Exekutivrat:
Beispiel Sudan:
Der Präsident ist ein vom Internationalen Strafgerichtshof per Haftbefehl gesuchter Völkermörder.

Beispiel Katar:
Wie meinte der ehemalige deutscher Fussballspieler, -trainer und -funktionär Franz Beckenbauer 2013: „Ich habe noch keinen einzigen Sklaven in Katar gesehen"

Beispiel Elfenbeinküste:
Dort blüht die Kultur dank Kindersklaverei

Beispiel Nigeria:
Wo Homosexualität strafrechtlich verboten ist, blüht bestimmt die Kultur.

Beispiel Iran:
Man weiss wie sehr die iranische Führung insbesondere das Werk der Filmschaffenden verfolgt.
Wie in jeder progressiven Kulturnation (siehe Nigeria und Katar) ist im Iran Homosexualität verboten.

Beispiel Kamerun:
Paul Biya, seit 1982 im Amt, kümmert sich hier persönlich um die kulturellen Belange und schützt sein Volk durch regelmässige Internetsperren vor Propaganda und sonstigen unerwünschten Einflüssen.

usw.

Bei solchen UNESCO-Exekutivratsmitgliedern muss man eigentlich schon aus grundsätlichen Überlegungen aus der Organisation austreten.

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