Aussitzen als Devise

Trotz des Preisverfalls stieg Russlands Ölproduktion vergangenes Jahr auf 534 Millionen Tonnen: ein postsowjetischer Rekord.

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Auch 2016 planen die großen staatlichen und privaten Ölkonzerne keine Senkung der Förderung. Die russische Führung ist überzeugt, man müsse und könne die Krise aussitzen. Reformen sind weder in der Branche noch gesamtwirtschaftlich geplant.

Unterdessen drohen die fehlenden Steuereinnahmen eine immer größere Lücke in den Staatshaushalt zu reißen, der auf 50 Dollar pro Barrel Öl (159 Liter) basiert. Laut Finanzministerium geht es 2016 um umgerechnet knapp 7 Milliarden Euro. Um sie aufzubringen, plant die Regierung Sparmaßnahmen wie etwa die Verkleinerung des Beamtenapparates, dazu Benzinpreiserhöhungen, vor allem aber eine Teilprivatisierung von Staatsunternehmen wie Aeroflot oder Rosneft.

Auch die auf 368 Milliarden Dollar gesunkenen Währungsreserven werden weiter angegriffen, vor allem um Banken und Unternehmen mit Krediten zu versorgen. Unabhängige Experten befürchten, dass sie schon im Herbst 2016 zur Neige gehen könnten. Insbesondere Angestellten des öffentlichen Dienstes drohen Lohnverzögerungen und Arbeitsplatzverlust. Die meisten Russen reagieren noch gelassen auf sinkende Reallöhne. Sollte sich die Krise fortsetzen, rechnen Experten erst 2017 mit ernsthaften Protesten.

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