Auftritt nur vor handverlesenen Gästen

Berlin gleicht einem Hochsicherheitstrakt: Barack Obama wird seine Rede am Brandenburger Tor nur vor einem ausgewählten Publikum halten können.

|
Kennedy sprach im Juni 1963 in Berlin vor Hunderttausenden. Foto: epd

Dass er mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im offenen Wagen durch Berlin braust, wie vor 50 Jahren sein Vorgänger John F. Kennedy mit Konrad Adenauer und Willy Brandt, war nie geplant. Und ganz sicher wird er nicht behaupten: "Ich bin ein Berliner." Die Zeiten haben sich geändert. Mit dem Besuch in der deutschen Hauptstadt hat sich Obama länger Zeit gelassen als jeder andere US-Präsident der jüngeren Geschichte.

Heute Abend wird er mit seiner "Air Force One" auf dem militärischen Teil des Flughafens Berlin-Tegel landen. Das offizielle Programm beginnt morgen mit dem Empfang durch Bundespräsident Joachim Gauck.

Im Kanzleramt gibt Obama gemeinsam mit Angela Merkel eine Pressekonferenz. Dann ziehen sich beide zu einem Mittagessen unter vier Augen zurück, bevor es zum Brandenburger Tor geht. Abends steht ein festliches Essen in Schloss Charlottenburg auf dem Programm. Vorgesehen ist auch ein Treffen mit SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück.

Dieses Mal werden dem Präsidenten der USA nur 4500 geladene, handverlesene Gäste am Brandenburger Tor zuhören. Er werde so gut abgeschirmt sein, dass Bürger und Touristen ihn nirgendwo zu sehen bekommen, hieß es gestern aus dem Bundespresseamt.

In der Hauptstadt gilt die höchste Sicherheitsstufe 1+. Das bedeutet zeitweises Flugverbot, verschweißte Gullideckel, bis zu 8000 Sicherheitskräfte allerorten und weiträumige Absperrungen - nicht nur am Brandenburger Tor. Taucher kontrollieren die Spree, selbst Kräne werden akribisch abgesucht.

Unzählige rot-weiße Absperrgitter stapelten sich gestern schon am Potsdamer Platz. Dort wird der Präsident mit Ehefrau Michelle und den Töchtern Sasha und Malia im Grandhotel Ritz-Carlton übernachten. Das Luxushotel verfügt über einen Sicherheitstrakt, der abgeriegelt werden kann. Der mächtigste Mann der Welt hat sogar sein eigenes Auto dabei, eine gepanzerte Cadillac-Limousine. Spitzname: "The Beast" ("Die Bestie").

Auf all das reagieren die Hauptstadtbewohner höchst gelassen. Schließlich sind sie Staatsbesuche gewohnt. Und was ist ein zweitägiger Obama-Besuch gegen die vielen Dauerbaustellen, mit denen die Berliner und ihre Gäste oft jahrelang gequält werden?

In der Nähe des Pariser Platzes erklärt eine nette Polizistin geduldig jedem, der sie fragt, was zu erwarten ist. "Die Linden sind ab Glinka-Straße gesperrt, die Wilhelmstraße ab Dorotheenstraße." Und wer in der abgesperrten Zone wohnt oder arbeitet? "Der muss sich ausweisen können."

Denn: Deutsche und amerikanische Sicherheitsexperten werden Obama auf all seinen Wegen begleiten. Entlang der Protokollstrecke werden Scharfschützen auf Häuserdächern postiert sein. Die Bewacher werden auch Ehefrau Michelle Obama nicht aus den Augen lassen. Die First Lady will unter anderem das Holocaust-Mahnmal und die Gedenkstätte Berliner Mauer besichtigen.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Neue Wege am Ulmer Hauptbahnhof: Rund um Stege und Gleise

Die Fußgänger am Hauptbahnhof müssen sich wieder umgewöhnen. Probleme gibt es vor allem, wenn vorgegebene Wege nicht eingehalten werden. weiter lesen