Ankara und Berlin streiten über Beitrittsgespräche

|

Das Veto der Bundesregierung gegen die kommende Woche vorgesehenen Gespräche zum EU-Beitritt der Türkei hat zu Verstimmungen zwischen Ankara und Berlin geführt. Das Auswärtige Amt bestellte den türkischen Botschafter ein, im Gegenzug wollte Ankara den deutschen Botschafter herbeizitieren, der sich aber nicht in Ankara aufhält. Der Minister für europäische Angelegenheiten, Egemen Bagis, forderte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, "ihren Fehler bis Montag zu verbessern", andernfalls werde das Folgen haben.

Eigentlich sollte am Mittwoch erstmals seit drei Jahren wieder ein neues Kapitel in den Beitrittsgesprächen mit der Türkei eröffnet werden. Doch die Botschafter der EU-Länder konnten sich nicht darauf einigen. Deutschland und die Niederlande sprachen sich dagegen aus. Die Entscheidung muss einstimmig sein. Ein letzter Versuch bei einer Einigung könnte bei einer EU-Botschaftersitzung am Montag vor dem Treffen der EU-Außenminister unternommen werden.

Auf großes Unverständnis war in Berlin laut Auswärtigem Amt Bagis sinngemäße Äußerung gestoßen, Merkel solle wissen, dass diejenigen, die sich mit der Türkei anlegten, kein gutes Ende nähmen. Deshalb sei der Botschafter einbestellt worden.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung
Kommentieren

Kommentare

22.06.2013 22:00 Uhr

Antwort auf „Gut so, weitermachen, Minister Bagis!”

Es ist schon sehr Verwunderlich das sie die Frechheiten des Hr.Bagis befürworten.
Hier in der Türkei,werden die Menschenrechte tagtaeglich mit Füssen getreten,die Journalisten werden ohne Gründe eingesperrt,Gas wird gesprüht,Geschlagen und und und.
Es waere eine Schande für Europa,wenn die TR.Mitglied wird.Dann könnten wir in Deutschland auch wieder die NSDAP einführen.
İch hoffe nur,das Sie ihren Kommentar,Zynisch meinten.

Antworten Kommentar melden

22.06.2013 09:45 Uhr

Gut so, weitermachen, Minister Bagis!

Ich bin über seine Drohungen nicht erschreckt, sondern ich finde seine Forderungen einfach unverschämt und dreist.

Die Türkei will doch in die EU weil: grosszügige regionale EU-Fördermittel für Anatolien möglich, besseres Standing als EU-Mitglied innerhalb der NATO, wirtschaftliche Vorteile winken (Freihandel, Reise- und Niederlassungsfreiheit, Sozialsysteme, etc.).
Also wäre, politisch gesehen,ein etwas gemässigterer Ton angebracht.

Es ist längst überfällig, dass die Türkei die EU-Forderungen aus den letzten Gesprächen beginnt um zu setzen (Religionsfreiheit, Emanzipation, soziale und demokratische Entwicklung etc.).

Die Mehrzahl der Bürger der EU - nicht deren Regierungen - wünschen sich, gerade weil hier keinerlei Fortschritte erkennbar sind, kein türkisches EU-Mitglied.

Infolge dessen kann man Herrn Bagis nur in seiner Haltung bestärken, weiterhin lautstark beleidigende Äusserungen zu machen in der Hoffnung, dass auch der letzte Europäer die Meinung der türkischen Regierung hört!

Antworten Kommentar melden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Amok-Anlage in List-Schule vor dem Austausch

Die Stadt Ulm reagiert auf ständige Fehlalarme in der List-Schule: Falls die elektronische Steuerung nicht sauber repariert werden kann, kommt ein neues System. weiter lesen