Kommentar: Angela Merkel steigt ein in den Wahlkampf

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Schön, dass Angela Merkel gut erholt und voller Tatendrang aus dem Urlaub zurück ist. Prima, dass sie jetzt auch persönlich am Wahlkampf teilnimmt. Und höchst erfreulich, dass sich die Bundeskanzlerin nicht etwa in ihrem satten Vorsprung vor dem Herausforderer sonnt, sondern immerhin zur Kenntnis nimmt, was Martin Schulz beinahe täglich an Ideen produziert.

Nun wäre es freilich zu viel verlangt von der CDU-Vorsitzenden, wenn sie ausgerechnet den jüngsten Vorschlag des SPD-Kanzlerkandidaten zur europaweiten Quote für Elektrofahrzeuge gutheißen würde. Schließlich ist auch bei Angela Merkel wie schon unter ihrem Vorgänger Gerhard Schröder oder bei Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg das Auto „Chefsache“, und deshalb musste die Kanzlerin den Vorstoß des Genossen wohl einfach abbügeln.

Dabei hatte der Regierungssprecher im Namen seiner Vorgesetzten noch am Freitag wissen lassen, über den Schulz-Vorstoß könne man durchaus reden. Jede Initiative für mehr Dynamik beim Ausbau der E-Mobilität sei hilfreich. Woher also dieser Sinneswandel über Nacht? Hat Merkels Duzfreund Matthias Wissmann wieder für die Autolobby interveniert oder FDP-Boss Christian Lindner seine künftige Koalitionspartnerin vor einem Fall von „Planwirtschaft“ gewarnt?

Was vor Tagen noch als Denkanstoß akzeptiert wurde, soll jetzt grundfalsch sein. Seltsam, wie schnell bei unserer Kanzlerin die Positionen ins glatte Gegenteil wechseln. Offenbar war in den Ferien Merkels Reflex eingeschlafen: Was Schulz verlangt, kann doch nur schlecht sein. Willkommen im Wahlkampf, Frau Bundeskanzlerin!    

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