AfD-Kandidatin verlässt Sendung vorzeitig

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Alice Weidel (AfD) in der ZDF-Sendung "Wie geht's Deutschland". Foto: Paul Zinken  Foto: 

Das ZDF hat nach dem abrupten Abgang von AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel in der Wahlsendung „Wie geht's, Deutschland?“ den Vorwurf der Partei zurückgewiesen, Moderatorin Marietta Slomka habe parteiisch und unprofessionell agiert.

Weidel hatte die live ausgestrahlte ZDF-Diskussionsrunde am Dienstagabend aus Protest vorzeitig verlassen. ZDF-Chefredakteur Peter Frey erklärte dazu, Slomka habe die Runde mit sieben Politikern und sechs Bürgern fair und gelassen moderiert. „Ich hoffe, dass bei künftigen Wahlformaten nicht Inszenierungen, sondern der politische Streit im Mittelpunkt steht.“

Bundesjustizminister Heiko Maas, der an der Sendung teilgenommen hatte, unterstellte der AfD-Politikerin politisches Kalkül. Auf seiner Facebook-Seite schrieb der SPD-Politiker: „Wir sollten uns hüten, auf diese geplante, peinliche Inszenierung hereinzufallen.“ Es sei ein billiger Trick von Rechtspopulisten, sich als Opfer darzustellen. In Wirklichkeit sind es geistige Brandstifter. Demokraten debattieren, aber daran hat die AfD keinerlei Interesse“. Weidel hielt derweil an ihrer Kritik an der Sendung fest.

Unmittelbar vor Weidels unerwartetem Abgang hatte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sie aufgefordert, sich vom Co-Spitzenkandidaten Alexander Gauland und dem Thüringer AfD-Landesvorsitzenden und Rechtsausleger Björn Höcke zu distanzieren. Gauland habe Höcke als Seele der AfD bezeichnet, sagte Scheuer. „Für mich ist er einfach ein Rechtsradikaler.“ Weidel, die zuvor schon einmal gedroht hatte - „Frau Slomka, lassen sie mich endlich ausreden, ansonsten kann ich mir das hier sparen“ - packte daraufhin ihre Notizen ein und ging.

In einer Reaktion auf Twitter schrieb Weidel über Slomkas Moderation: „Sie hat sich mit der frechen Intoleranz und der plumpen Argumentation von SPD und Grünen gemein gemacht. Das ist eines öffentlich-rechtlichen Senders nicht würdig.“ Die AfD verbreitete schon wenige Minuten, nachdem Weidel aus dem Studio gerauscht war, eine gemeinsame Erklärung von Weidel und Gauland. Darin kritisierten sie ebenfalls Slomka. Die Attacke von Scheuer blieb dagegen unerwähnt, was bei einigen Beobachtern die Vermutung aufkommen ließ, es handele sich um eine vorbereitete Erklärung.

ZDF-Chefredakteur Frey sagte: „Wer austeilt, muss auch einstecken können. Das gehört zur Diskussionskultur in Talksendungen. Eine Livesendung zu verlassen, bringt zwar Aufmerksamkeit, verhindert aber eine politische Auseinandersetzung in der Sache. Die Kritik von Frau Weidel an der Moderatorin weise ich mit Nachdruck zurück.“

Weidel gab sich indes betont selbstbewusst. In einem Video, das sie am Mittwoch auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichte, kommentierte sie den Ablauf der Sendung mit den Worten: „Das merken wir uns natürlich alles, sagen „Danke“ und wir sehen uns am 24.9. wieder.“

Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Pforzheim nannte sie die Sendung am Abend eine „Narrenposse“. Vor AfD-Anhängern sagte sie mit Blick auf die Positionen der Vertreter der anderen Parteien zur „illegalen Einwanderung“: „Ich stand da gestern Abend und dachte mir: Wer hat die Käfigtür offen gelassen?“

Tweet von Alice Weidel

Facebook-Seite von Heiko Maas

Facebook-Seite von Katja Suding

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Kommentare

07.09.2017 08:34 Uhr

Antwort auf „Kanditatin verlässt....”

Nun, Theiss, das können Sie doch bestimmt besser, mir harmlos nur Drogenkonsum zu unterstellen, das ist doch wirklich schwach. Das können Sie doch besser. Lassen sie ruhig alles raus, das wird Ihrer bedrängten Seele sicher Luft verschaffen.
Ihre Ausführungen über das BILD-Zeitungs-Niveau kann ich leider nicht beurteilen, weil ich im Gegensatz zu Ihnen dieses Medium nicht goutiere.
Ach ja, in dem Artikel ging es ja eigentlich nicht um die Grünen, sondern um die AfD, und das peinliche Auftreten einer AfD-Kandidatin, immerhin der Spitzenkandidatin, also wohl das Beste, was diese Partei zu bieten hat, die davonrennt, wenn sie die eigentlich einfach zu beantwortende Frage gestellt bekommt, wie ihr Verhältnis zu Herrn Höcke ist.
Aber Sie kriegen hier von mir locker drei Fleißbienchen ins Schulheft, haben Sie doch sehr brav die im Internet auf diversen Hetzseiten üblichen Lügen und Verleumdungen über angebliche Zitate von Politikern wiederholt. Als Quelle, wenn Sie überhaupt eine hätten, würden Sie vermutlich wolkig "das Internet" angeben, oder "das liest man doch öfters irgendwo".
Aber vielleicht machen Sie sich doch die Mühe, Ihre Tiraden mit Quellen zu belegen?
Und ein Hinweis noch, Ihre Lüge über die angebliche Aussage von Trittin kann für Sie recht teuer werden. Die Verbreitung dieser Lüge hat schon manchen durch Gerichtsurteil festgestellt eine saftige Geldbuße gekostet.
Sie können schon mal anfangen zu sparen.
Viel Glück!

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06.09.2017 23:45 Uhr

Kanditatin verlässt....

Gereon Brinks, mich würde brennenst interessieren, welche Art von Drogen bei Ihnen bereits vor dem Frühstück gereicht werden. Wir leben in einer " Demokratie", zum Teil wenigstens " noch"!
Ich bin weder Wähler der AFD noch ein " Lobhudler" aber ein überzeugter Demokrat. Ich zitiere mal
Äusserungen unserer Kanzlerin"Denn wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit" oder" Es ist Aufgabe der Politik,das Bedrohungsgefühl in der Bevölkerung zu stärken" oder Zitate weiterer überbezahlter Sandkastenpolitiker wie Claudia Roth , die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages "Am Nationalfeiertag der Deutschen ertrinken die Strassen in einem Meer von roten Türkenfahnen und ein paar schwarz-rot.goldenen Fahnen" oder Jürgen Trittin " Deutschland verschwindet jeden Tag immer mehr, und das finde ich einfach grossartig" oder der Taxifahrer und Steinewerfer Joschi Fischer " Deutsche Helden müsste die Welt, tollwütigen Hunden gleich,einfach tot schlagen " oder " Deutschland muss von aussen eingehegt und von innen durch Zustrom heterogenisiert,quasi verdünnt werden " oder der liebe Chem Özdemier " Wir wollen, dass Deutschland islamisch wird " oder " Was unsere Urväter vor den Toren Wiens nicht geschafft haben, werden wir mit unserem Verstand schaffen" oder " Der deutsche Nachwuchs heisst jetzt- Mustafa, Giovanni, und Ali"
oder ganz Krass unsere ehemalige Gesundheitsministerin-Renate Schmidt " Die Frage,( ob die Deutschen aussterben), das ist für mich eine,die ich an allerletzter Stelle stelle, weil diese ist mir, also so wie sie hier gestellt wird, verhältnismässig wurscht"
Um sich also aufzuregen, verehrter Herr Brinks, stehen Ihnen tausende Infos zur Verfügung. Man muss nur
"Wollen ". Bilde Dich mit Blld " ist da keine Alternative. Leider muss ich erkennen,dass Ihr Kommentar nicht
mal dieses Niveau erreicht.
Gruss W.T

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06.09.2017 09:24 Uhr

Völlig normal

Die AfD zieht vom Leder, wo sie kann, hetzt gegen einen großen Teil der deutschen Politiker, bezeichnet sie als "links grün versifft", hetzt gegen Menschen, die ihnen nicht deutsch genug sind, und lässt Politiker wie Holger Arppe in Mecklenburg-Vorpommern, der schon 2015 wegen Volksverhetzung verurteilt wurde, als Fraktionsvize im Parlament weitermachen. Erst jetzt, also zwei Jahre später, als seine weiteren astreinen Nazisprüche bekannt wurden , durfte er aus der Partei und der AfD-Fraktion austreten (Kostprobe: "Doch gibt es auch in Arppes Chatprotokollen laut NDR eindeutige Aussagen zum Umgang mit politischen Gegnern. Dort heiße es etwa, dass „das rot-grüne Geschmeiß auf den Schafott geschickt“ werden sollte. Arppe schreibe zudem davon, Gegner „an die Wand zu stellen“, „eine Grube auszuheben“ und „Löschkalk obendrauf zu streuen“).
Erst dann also hat die AfD diesen Herrn ziehen lassen, haben sie doch tatsächlich ganz plötzlich gemerkt, dass solche SS-Sprüche eines wichtigen Partei-und Fraktionsmitgliedes eventuell doch ein wenig ungünstig sein könnten, wenn sie doch immer behaupten, wie demokratisch und wie fern jeglichem rechten bis rechtsradikalem Gedankengut diese AfD doch sei.Tja, dumm gelaufen.

https://www.welt.de/politik/deutschland/article168196263/AfD-Politiker-verlaesst-Partei-wegen-brisanter-Facebook-Chats.html

Es wird nicht lange dauern, bis hier wieder ein paar Lobhudler die AfD als armes, armes Opfer darstellen werden, die ja sooooo ungerecht behandelt werden. Nur zu, ist zwar unsinnig und doof, aber gerade das passt ja zur AfD.
Man kann sich schon darauf freuen, wenn diese AfD-Mimosen regelmäßig wortlos aus dem Plenarsaal des Bundestages davonrennen, wenn sie nicht weiter wissen und sich als armes Opfer fühlen; das wird sicher ausgesprochen amüsant.
Aber das macht ja nichts, diese Masche benutzen sie immer. Der Medienwissenschaftler Jo Groebel hat dazu im obigen Artikel das Notwendige gesagt.
Dazu auch interessant:

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/rechtspopulismus-im-netz-opferkult-nach-troll-art-kolumne-a-1061024.html

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