Ärztefehler: Mehr Patienten beschweren sich

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Mehr als 12 200 Patienten haben sich 2012 bei ärztlichen Gutachterstellen wegen eines Verdachts auf Behandlungsfehler beschwert - mehr als je zuvor. 2011 waren es 11 100, fünf Jahre vorher 10 400. Die Gutachter beurteilten nun 7578 Fälle. In fast jedem dritten ergab sich ein Ärzte- oder anderer Behandlungsfehler, teilte die Bundesärztekammer gestern mit. 82 Menschen starben an einem von der Ärzteschaft begutachteten Fehler. Meist hätten Fehler nur vorübergehende Auswirkungen gehabt, wie längere Krankheiten, sagte Johann Neu, Geschäftsführer der norddeutschen Schlichtungsstelle.

Insgesamt liegen die Zahlen weit höher. Denn Patienten wenden sich auch an Krankenkassen oder direkt an Gerichte. Es gebe jährlich schätzungsweise 40 000 Verdachtsfälle, sagte Andreas Crusius, Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Ärzte. Schätzungsweise 8000 Mal werde nachgewiesen, dass ein Fehler Ursache eines Schadens sei.

Dass es mehr Verdachtsfälle gab, lag nach Ansicht der Ärzte an den Debatten um das Patientenrechtegesetz. Das Gesetz der schwarz-gelben Koalition, das vor rund vier Monaten in Kraft trat, stärkt Fehlermeldesysteme in Kliniken. Gemessen an 18 Millionen Klinikbehandlungen und 540 Millionen Praxis-Fällen pro Jahr seien es nur sehr wenige Fehler, meinte Crusius.

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