"Zwölf Stämme" : War Regierung zu nachgiebig?

Die bayerische Staatsregierung gerät im Fall der fundamentalistischen christlichen Glaubensgemeinschaft "Zwölf Stämme" unter Druck.

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Im Sozialausschuss des Landtags warfen Grüne, SPD und Freie Wähler dem Kultusministerium gestern vor, auf die jahrelangen Misshandlungsvorwürfe gegen die Gruppe viel zu nachgiebig reagiert zu haben. Vertreter des Kultus- und des Sozialministeriums wiesen dies unter Verweis auf Elternrechte und hohe Hürden zurück.

Das Kultusministerium hatte 2006 die Gründung einer Privatschule der Glaubensgemeinschaft erlaubt. Diese wurde dann im vergangenen Jahr geschlossen. Die SPD-Abgeordnete Angelika Weikert sagte, die 40 Kinder hätten nach der Gründung der Schule keinen Kontakt zur Außenwelt mehr gehabt.

Im September 2013 hatten die Behörden im Landkreis Donau-Ries gut 40 Kinder ihren Eltern weggenommen und in Pflegefamilien gegeben. Mitglieder der "Zwölf Stämme" erklärten am Rande der Ausschuss-Sitzung, das Jugendamt habe in den meisten Fällen vorher nie die Eltern kontaktiert.

Im Fall eines 13-Jährigen entschied derweil das Oberlandesgericht München, dass dieser bei seinen Eltern bleiben darf. Der Junge war laut den "Zwölf Stämmen" am Montag nach der Schule zu seinen Eltern geflüchtet. Zuvor habe er fünf Monate lang in einem Heim für Schwererziehbare gelebt.

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