"Es ist nichts mehr da"

Die Zukunft der insolventen Drogeriekette Schlecker ist weiter offen. Geld von der Familie gibt es nicht, dennoch ist der Insolvenzverwalter zuversichtlich. Die Läden erhalten inzwischen wieder Ware.

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Kann dem maroden Unternehmen finanziell nicht helfen: Meike Schlecker, Tochter des Firmengrüners Anton Schlecker, wehrt sich gegen Gerüchte, wonach die Familie noch über ein Milliardenvermögen verfüge. Foto: Volkmar Könneke

Die finanziell angeschlagene Drogeriemarktkette Schlecker hat durchaus eine Chance auf Sanierung. Der vorläufige Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz sagte gestern: "Aus meiner Sicht gibt es einen guten Kern." Das Auslandsgeschäft des Ehinger Familienunternehmens sei profitabel, auch der Großteil der mehr als 6000 Filialen in Deutschland schreibe schwarze Zahlen. Geiwitz sieht Schlecker gegenüber den großen Wettbewerbern gut aufgestellt, keiner von denen spiele eine solch gute Rolle als Nahversorger wie das Ehinger Unternehmen.

Die Schlecker-Läden werden inzwischen wieder mit Ware beliefert. Das ist eine wichtige Voraussetzung zur Sanierung. Die Gehälter und Löhne der 32 603 Mitarbeiter seien über das Insolvenzausfallgeld gesichert, sagte Geiwitz. Spätestens bis zum 1. April stehe fest, ob ein Insolvenzverfahren eröffnet werde und was dann mit dem Unternehmen geschehe. Ziel bleibe, das Unternehmen als Ganzes zu erhalten.

Er verfüge nun über weitreichendere Befugnisse, um den Fortbestand der Drogeriekette zu sichern, sagte Geiwitz. Zunächst könnten die Mieten der Läden bezahlt werden, da das Amtsgericht Ulm ihn zum sogenannten "starken vorläufigen Verwalter" gemacht habe.

Keine Chance gibt es, dass die Familie Schlecker finanziell in die Bresche springt. Das stellte Meike Schlecker, die Tochter des Firmengründers Anton Schlecker, gestern klar: "Es ist nichts mehr da." Die Familie sitze keinesfalls noch auf Milliarden, wie immer wieder behauptet werde. Ihr Vater habe sein gesamtes Kapital in die Firma gesteckt, er hafte jetzt auch komplett für die zur Insolvenz angemeldete Anton Schlecker e.K. (eingetragener Kaufmann).

Auch sie und ihr Bruder Lars hätten Teile ihres Vermögens in das Unternehmen investiert. "Ich will mich aber nicht beschweren. Wir kommen schon zurecht." Meike und Lars Schlecker sollen nach dem Willen ihres Vaters das Unternehmen künftig führen, sofern es die Gläubiger zulassen. "Wir sind bereit, um die Zukunft der Arbeitsplätze zu kämpfen", sagte Meike Schlecker. Die Unternehmerfamilie stehe hinter dem Sanierungskonzept und erhalte auch Zuspruch von außen.

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Die Schlecker-Pleite

2012 meldete Schlecker, Europas ehemals größte Drogeriemarktkette, Insolvenz an. Damals hatte Schlecker noch 7000 Filialen und etwa 30.000 Mitarbeiter.

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