„Diesen Verrätern werden wir die Köpfe abreißen“

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Ein Jahr nach dem Putschversuch in der Türkei hat Präsident Recep Tayyip Erdogan ein gnadenloses Vorgehen gegen Putschisten angekündigt. „Sowohl die elenden Putschisten als auch jene, die sie auf uns gehetzt haben, werden von nun an keine Ruhe mehr finden“, sagte Erdogan bei einer Ansprache am Sonntagmorgen vor dem Parlament in Ankara. Er bekräftigte zudem seine Bereitschaft zur Wiedereinführung der Todesstrafe, auch wenn damit der EU-Beitrittsprozess beendet würde.

Bei einer Gedenkfeier in Istanbul hatte Erdogan zuvor gesagt, er wisse, wer hinter Terrororganisationen wie der Gülen-Bewegung, der kurdischen Arbeiterpartei PKK und der Terrormiliz Islamischer Staat stehe. „Diesen Verrätern werden wir zuerst die Köpfe abreißen.“ Es werde „kein Verräter ungestraft“ bleiben. Erdogan macht den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch verantwortlich. Gülen weist das zurück.

Pünktlich zum Jahrestag sind tausende weitere Staatsbedienstete entlassen worden, denen eine Verbindung zur Gülen-Bewegung vorgeworfen wird. Betroffen seien insgesamt 7563 Polizisten, Soldaten und Mitarbeiter von Ministerien, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu. Die Zeitung „Hürriyet“ berichtete von allein 2300 entlassenen Polizisten.

Jean-Claude Juncker will der Türkei die Tür zu Europa trotz der Spannungen offenhalten. „Ein Jahr nach dem Putschversuch bleibt Europas Hand ausgestreckt“, schrieb Juncker in einem Gastbeitrag für die „Bild am Sonntag“. Europa stehe gerade auch in schwierigen Zeiten an der Seite der Türkei. „Ich erwarte nun, dass auch die Türkei klar europäische Farbe bekennt und europäische Grundwerte nachdrücklich beherzigt.“

Erdogan kündigte an, den Ausnahmezustand in den kommenden Tagen noch ein viertes Mal verlängern zu wollen. Die beiden größten Oppositionsparteien hatten ihre Teilnahme an der nächtlichen Veranstaltung vor dem Parlament in Ankara abgesagt.

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