Zehntausende protestieren gegen Atomkraft
An zahlreichen Orten gingen die Menschen in Süddeutschland und Frankreich auf die Straße, um gegen die Atomkraft zu protestieren.
Für die sofortige Stilllegung von Atomkraftwerken haben am Ostermontag Tausende von Menschen in Baden-Württemberg demonstriert. Etwa 5000 Kernkraftgegner kamen in Kirchheim am Neckar (Kreis Ludwigsburg) zu einem Marsch in Richtung Neckarwestheim zusammen. "Wir Atomkraftgegner sind stark, wir sind viele. Wir werden auf die Straße gehen, so lange, bis abgeschaltet ist", sagte Wolfram Scheffbuch vom Bund der Bürgerinitiativen mittlerer Neckar.
Etwa 20 000 Anti-Atomkraft-Gegner protestierten nach Veranstalterangaben auf zwölf Brücken über den Rhein zwischen Konstanz und Straßburg gegen die Kernenergie. Allein auf der Brücke von Neuf Brisach/Breisach waren es nach Polizei-Angaben rund 3500 Menschen, nach Veranstalterangaben rund 5000 Demonstranten. Auch Teilnehmer aus Frankreich und der Schweiz seien angereist, teilte der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Südlicher Oberrhein in Freiburg mit. Französische und deutsche Umweltgruppen wenden sich seit Jahren gegen den weiteren Betrieb des 1977 erbauten ältesten Atommeilers Frankreichs in Fessenheim.
Die Aktion der grenzüberschreitenden Umweltbewegung unter dem Motto "5 nach 12" blockierte die zwölf Brücken in der Mittagszeit für jeweils eine halbe Stunde. "Es ging nicht darum, Autofahrer zu ärgern, sondern wir wollten aufzeigen, dass bei einem Atomunfall in Fessenheim oder in den schweizerischen Orten Beznau oder Leibstadt alle Straßen und Brücken in unserer Heimat "dicht" wären", erläuterte Axel Mayer vom BUND Südlicher Oberrhein.
Auch in Bayern gingen viele Menschen auf die Straße. 5000 Atomkraftgegner waren zur Demonstration unter dem Motto "Deine Stimme gegen Atomkraft" in Günzburg erwartet worden. Mehr als 7000 Demonstranten bevölkerten schließlich den Marktplatz in der Stadtmitte. Raimund Kamm, Vorstandsmitglied des "Forums Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik" forderte den sofortigen Ausstieg aus der Atomkraft. Scharf kritisierte er die Lechwerke (LEW), die das Atomkraftwerk und Atommüllzwischenlager im nur wenige Kilometer von Günzburg entfernten Gundremmingen betreiben. Lager und Werk seinen nicht sicher gegen Flugzeugabstürze. Auch bestehe die Gefahr von Hackerangriffen auf die Computerinfrastruktur des Atommeilers. dpa/pf
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Autor: SWP | 26.04.2011
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