Weiterer General wegen Kundus-Affäre entlassen
Berlin. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat einen weiteren General wegen der Kundus-Affäre entlassen. Das Ministerium bestätigte am Freitag, dass der 54-jährige Brigadegeneral Henning Hars bereits vor einer Woche in den einstweiligen Ruhestand versetzt wurde.
Der frühere Gruppenleiter im Bundeskanzleramt und Militärattaché in Washington hatte nach der Entlassung des Generalinspekteurs Wolfgang Schneiderhan einen Brief an Guttenberg geschrieben, der ihn nun seinen Job kostete.
Nach Darstellung des Verteidigungsministeriums führten Staatssekretär Rüdiger Wolf und ein weiterer Vorgesetzter Gespräche mit Hars über das Schreiben. «Als Ergebnis dieser Gespräche haben beide dem Minister die Versetzung des Brigadegenerals Hars in den einstweiligen Ruhestand empfohlen», erklärte ein Ministeriumssprecher. Guttenberg folgte dieser Empfehlung und veranlasste die Entlassung durch Bundespräsident Horst Köhler.
Der «Tagesspiegel» (Samstag) berichtete, Hars habe in seinem Brief nach den Gründen für die Entlassung Schneiderhans und nach der Einschätzung des Ministers zum Bombardement von Kundus gefragt. Bei dem von einem Bundeswehroberst befohlenen Angriff waren Anfang September 2009 bis zu 142 Menschen getötet oder verletzt worden. Das Verteidigungsministerium äußerte sich nicht zum Inhalt des Briefes.
Bereits Ende November mussten Schneiderhan und Staatssekretär Peter Wichert wegen Informationspannen im Zusammenhang mit der Kundus -Affäre ihre Ämter niederlegen. In der kommenden Woche sagen beide vor dem Kundus-Untersuchungsausschuss des Bundestags aus.
Hars war unter anderem Sekretär in der Weizsäcker-Kommission zur Reform der Bundeswehr, Gruppenleiter «Militärpolitik und militärische Angelegenheiten» im Bundeskanzleramt und Verteidigungsattaché an der deutschen Botschaft in Washington. Zuletzt war er «in Vorbereitung auf neue Verwendung» beim Wehrbereichskommando I in Kiel eingesetzt.
Laut «Tagesspiegel» war als nächste Station für Hars ein viermonatiger Einsatz im Kosovo geplant. Danach sei er als Direktor für den Bereich Lehre an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg vorgesehen gewesen.
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12.03.2010
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Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) bei der Verabschiedung von etwa 800 Bundeswehrsoldaten zu Auslandseinsätzen (Archiv).
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