Umfrage: Gauck bei Bürgern beliebter als Wulff

Köln/Hannover.  Dürften die Bürger den Bundespräsidenten direkt wählen, könnte der rot-grüne Kandidat Joachim Gauck mit deutlich mehr Stimmen rechnen als der schwarz-gelbe Bewerber Christian Wulff. Allerdings bekäme keiner der beiden eine Mehrheit, wie der «Deutschland-Trend» der ARD ergab.

40 Prozent der Bundesbürger würden sich für Gauck entscheiden - davon 39 Prozent der Westdeutschen und 47 Prozent der Ostdeutschen. 31 Prozent der Befragten hätten Wulff gerne als Präsidenten (West: 33 Prozent, Ost: 25 Prozent). Linken-Kandidatin Luc Jochimsen bekäme nur 3 Prozent Zustimmung.

Unterdessen legte Wulff drei Wochen vor der Bundespräsidentenwahl sein Abgeordnetenmandat im niedersächsischen Landtag nieder. Damit will er formale Ungereimtheiten ausräumen.

«Ich habe mich entschieden, das Mandat niederzulegen, um dem Amt des Bundespräsidenten nicht zu schaden», sagte der 50 Jahre alte Christdemokrat am Freitag im Landtag in Hannover.

Es hätte rechtliche Hindernisse geben können, wenn Wulff seinen Landtagssitz erst mit der Wahl zum Bundespräsidenten am 30. Juni abgegeben hätte. Es wurden Probleme für eine nahtlose Übernahme der Amtsgeschäfte gesehen. Die Opposition hatte zuvor auch beschlossen, Wulff zu einem sofortigen Mandatsverzichts aufzufordern.

Sein Amt als Ministerpräsident will Wulff dann per Erklärung niederlegen, wenn er am 30. Juni in der Bundesversammlung die notwendige Stimmenmehrheit hat. Sein VW-Aufsichtsratsmandat werde er in der kommenden Woche abgeben, kündigte Wulff an.

Den weiteren Ergebnissen des «Deutschland-Trend» zufolge würde Schwarz-Gelb klar die Mehrheit verlieren, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre. Für CDU/CSU würden 31 Prozent der Befragten stimmen, die FDP käme auf 6 Prozent. 29 Prozent würden SPD wählen, 16 Prozent die Grünen. Für die Linke würden sich 12 Prozent entscheiden.

Im Vergleich zum «Deutschland-Trend» der Vorwoche verliert die FDP zwei Prozentpunkte, die Union verliert einen Punkt. Die Linke gewinnt zwei Punkte. Die Stimmen für SPD und Grüne bleiben unverändert.


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11.06.2010

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