"Trollinger Song Contest" : Viertele- und Achtele-Noten

Ein harmonischer Wein: Wer schon immer eine Hymne auf den Trollinger komponieren wollte, kann nun ein Fass aufmachen.

MAGDI ABOUL-KHEIR |

"Wir wollen einen heben, prost, prost, prost!" Ja, Getränk und Gesang gehen oft eine stimulierende Allianz miteinander ein. Tatsächlich hat das Thema Alkohol das deutsche Liedgut enorm befeuchtet. Sei es in den Spielarten Bier (das es auf Hawaii nicht gibt), Schnaps (den der Teufel gemacht hat) oder eben Wein, den angeblich schon Luther als so lebenswichtig wie Weib und Gesang empfand.

Doch garantiert das Miteinander der Kehlenfreuden Suff und Sang nicht unbedingt hochkulturelle Ergüsse, zuweilen ist da Hopfen und Malz verloren, und den Begriff des "harmonischen Weins" sollte man auch nicht überinterpretieren. Nein, bei so manchem Liedchen kann einem schon die Reblaus über die Leber laufen ("Es saßen die alten Germanen zu beiden Ufern des Rheins; sie lagen auf Bärenhäuten und soffen immer noch eins"), von der im Abgang doch arg muffigen zweiten Strophe des Deutschlandlieds ("deutscher Wein und deutscher Sang") bitte gar nicht zu sprechen.

Nun macht die Junge Initiative der Württemberger Weingärtnergenossenschaften ein richtiges Fass auf: Sie schenken den ersten "Trollinger Song Contest" aus, gesucht wird eine "Lobeshymne auf den vielleicht besten Wein der Welt".

Tri-Tra-Trollinger: Was anderen Rebsorten recht ist ("Annamirl, Zuckerschnürl, geh mit mir inn Keller, trinken wir ein Glaserl Wein, Muskateller soll es sein!"), ist dem Trollinger also nur billig. Bands, Chöre und Solisten jedweder Geschmacksrichtung sollen unter www.trollinger2punkt0.de mitmachen.

Also, ihr Prosit-Popper, Reben-Rapper und Rock n Trollinger, ihr Rotwein-Blueser und KaraffenKapellen, lasst die kreativen Säfte fließen, schreibt Achtele- und Viertele-Noten aufs Papier! Füllt die Glasharmonika, schmeißt die Kork-Keyboards an, lasst euch trockene Riffs und süffige Melodien einfallen und den Schluckspecht dazu im Takt klopfen!

Nur eine Sache stößt sauer auf: Die Junge Initiative der Württemberger Weingärtnergenossenschaften nennt sich - als ob sie für ein Modegetränk wirbt - "Trollinger 2.0". Das klingt doch reichlich angeschickert, da sollte man den Jungs mal reinen Wein einschenken.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Zum Schluss

Umfrage: Internet auf der ...

Stiller Ort zum Surfen: Die Toilette. Foto: Monika Skolimowska

In der einen Hand das Klopapier, in der anderen das Smartphone - für fast jeden Zweiten in Deutschland ist das einer Umfrage zufolge kein Problem. 45 Prozent der Befragten gaben an, dass sie auf der Toilette selten oder regelmäßig im Internet surfen. mehr

Studie: Meiste Reiche leben in ...

Weltweit gibt es immer mehr Millionäre. Auch in Deutschland steigt die Zahl der Reichen. Das geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Capgemini hervor. mehr

Mückenplage droht – ...

Wo kommt sie vor? Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus).

Deutschland droht eine Stechmückenplage. Der Grund: das feuchtwarme Wetter. Experten bitten darum, Mücken zu fangen und einzusenden. mehr