Sozialverband: Hartz IV-Regelsätze anders berechnen

Berlin.  Der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat eine andere Form der Berechnung der Hartz-IV-Regelsätze für Kinder verlangt.

Es sei ein Skandal, dass in Deutschland als einem der weltweit wohlhabendsten Staat der Welt rund 2,5 Millionen Kinder in Armut lebten, sagte Präsident Adolf Bauer am Donnerstag in Berlin. Der Verband legte dabei ein Forderungspapier «Kinderarmut bekämpfen Chancengleichheit verwirklichen» vor. Insbesondere der Nachwuchs von Alleinerziehenden und aus Familien mit mehr als drei Kindern sei betroffen.

Bauer verwies darauf, dass im bisherigen Kinderregelsatz Bildungsausgaben für die Kinder wie etwa Nachhilfe nicht berücksichtigt sind. Aber auch die in Folge des Verfassungsurteils derzeit laufende Neuberechnung des Regelsatzes orientiere sich lediglich am Konsumverhalten im unteren Einkommensbereich, nicht jedoch am tatsächlichen Bedarf, kritisierte der Verband. Daher müssten künftig neben der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe weitere Studien berücksichtigt werden, insbesondere aus den Bereichen Bildung und Gesundheit.

Der Verband plädiert bei der Bekämpfung der Kinderarmut für eine ineinandergreifende Vorgehensweise der Familien-, Bildungs-, und Gesundheitspolitik sowie der Jugendhilfe und Sozialpolitik. Kinderarmut sei eng verknüpft mit der Elternarmut. Deshalb müsse die Arbeitslosigkeit weiter bekämpft und den Eltern mit einem Mindestlohn ein existenzsicherndes Einkommen garantiert werden. Die Streichung des Elterngeldes für Hartz IV-Empfänger sowie die weiteren Sozialkürzungen der Bundesregierung verschärften dagegen weiter die Kinderarmut.


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09.09.2010

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