Sarrazin räumt „Riesenunfug“ ein

Berlin.  Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin hat nach seinen umstrittenen Äußerungen über genetische Gemeinsamkeiten von Juden erstmals Selbstkritik geübt. In der ARD-Sendung „hart aber fair“ distanzierte sich der SPD-Politiker am Mittwochabend von seiner Behauptung, alle Juden teilten ein „bestimmtes Gen“.

„Das war ein Riesenunfug, was ich auch extrem bedauere“, sagte Sarrazin. „Ich bin definitiv nicht der Ansicht, dass es eine genetische  Identität gibt.“ Eigentlich habe er in dem Interview der „Welt am Sonntag“ nur auf allgemeine genetische Ähnlichkeiten hinweisen  wollen. Die Juden seien ihm als erstes eingefallen, weil er dazu gerade etwas gelesen habe. „Ich hätte sagen sollen, Ostfriesen oder Isländer,  dann wäre es kein Thema gewesen“, sagte er.

Sarrazin bezeichnete es als „Dummheit“, dass er diese Äußerung im Interviewtext nicht nachträglich gestrichen habe. „Das war mein Blackout“, sagte er. Er habe sich von der Zeitung „aufs Glatteis“ führen lassen.

Sarrazin machte deutlich, dass ihn die Kritik an seiner Person nicht unbeeindruckt lässt: „Was an psychischem Druck auf mir lastet, ist  beachtlich. Das halten viele Menschen nicht aus.“ Zu seiner beruflichen Zukunft äußerte er sich nicht. „Ich bin Bundesbanker. Jedes Amt  ist zeitlich begrenzt. Wann die Begrenzung ist, wird die Zukunft zeigen.“

Der Vorstand der Bundesbank wird möglicherweise schon an diesem Donnerstag über die Zukunft seines umstrittenen Mitglieds  Sarrazin entscheiden. Nach einem Bericht der „Berliner Zeitung“ soll bereits feststehen, dass Sarrazin gehen muss. (dpa)


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02.09.2010

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