Risse stoppen Riesenflieger A 380
Paris. Das weltgrößte Passagierflugzeug muss vorerst auf dem Boden bleiben - wegen Rissen an den Tragflächen. Hersteller Airbus beschwichtigt.
Risse an den Tragflächen des Großraumflugzeugs A 380 werden für den europäischen Flugzeugbauer Airbus zu einem generellen Problem. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) ordnete gestern die Kontrolle aller A 380-Maschinen an, sagte ein Sprecher.
Bereits Ende Januar hatte die EASA nach der ersten Entdeckung von Rissen eine Untersuchung von rund 20 der 68 Maschinen vom Typ A 380 angeordnet, die weltweit im Einsatz sind. "Wenn der Mangel nicht entdeckt und behoben wird, kann er möglicherweise die Stabilität des Flugzeugs beeinträchtigen", hatte die Aufsichtsbehörde damals mitgeteilt. Angesichts der Ergebnisse dieser Untersuchungen solle nun die gesamte A 380-Flotte überprüft werden. Zunächst kämen alle Maschinen an die Reihe, die bereits mehr als 1800 Flüge hinter sich haben, hieß es bei der EASA.
Gestern zog die australische Fluggesellschaft Qantas einen A 380 wegen Haarrissen am Flügel aus dem Verkehr. Bei dieser Maschine seien Qantas zufolge aber andere Risse festgestellt worden, als die von der EASA beanstandeten. Die Schäden waren nach einer Sonderinspektion aufgefallen, die die Fluglinie nach Turbulenzen im Januar in Indien vorgenommen hatte. Damals waren sieben Menschen verletzt worden. Die entdeckten Risse haben laut Qantas aber nichts mit diesen Turbulenzen zu tun.
Die Sicherheit der Maschinen sei durch die Risse nicht in Gefahr, versicherte Airbus. Material- und Fertigungsfehler seien die Ursache. Eine Reparaturlösung dafür sei bereits gefunden. Zu den Kosten der Reparaturarbeiten wollte sich Airbus gestern zunächst nicht äußern. Sie werden von dem Hersteller komplett übernommen. Für Check und Reparatur müssen die Fluggesellschaften laut Singapore Airlines zwei bis drei Tage einplanen.
Zahlreiche Fluggesellschaften, darunter auch die Lufthansa, haben das Langstreckenflugzeug A 380 im Einsatz. Qantas besitzt zwölf solcher Riesenflugzeuge.
Der Airbus A 380, der seit dem Jahr 2007 im Einsatz ist, ist mit bis zu 800 Plätzen das größte Passagierflugzeug der Welt. Im November 2010 hatte ein Airbus A 380 für Schlagzeilen gesorgt, dessen Rolls-Royce-Triebwerk während des Fluges explodiert war. Die Maschine musste in Singapur spektakulär notlanden.
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Autor: AFP/DPA | 09.02.2012
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