Poker-Räuber in Haft - Ermittelt wird weiter
Berlin. Zwei Wochen nach dem spektakulären Überfall auf ein Poker-Turnier in Berlin sitzen alle vier mutmaßlichen Räuber in Untersuchungshaft. Doch geklärt ist der Fall noch nicht ganz. Die Beute von 242 000 Euro sei «nach wie vor nicht da», sagte Staatsanwaltschafts-Sprecher, Martin Steltner.
Außerdem suchen die Ermittler noch nach möglichen Mittätern. Polizei und Justiz zeigten sich dennoch «absolut zufrieden» mit den schnellen Festnahmen. Die zwei letzten Verdächtigen wurden am Samstag auf dem Flughafen Berlin-Tegel bei der Einreise festgenommen. Ein 19-Jähriger hatte sich in den Libanon, ein 20-Jähriger in die Türkei abgesetzt. Sie landeten nun unabhängig voneinander innerhalb weniger Stunden in der Hauptstadt und stellten sich den Fahndern. Noch auf dem Flughafen klickten die Handschellen.
«Die Ermittlungen erstrecken sich auf mögliche Tatbeiträge weiterer Personen», sagte Steltner am Sonntag. Mehr wollte er zu Spekulationen über eventuelle Auftraggeber für den Coup nicht sagen. Wie die «Berliner Morgenpost» unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete, soll hinter dem Überfall eine arabische Familie stehen. Informationen, wonach wesentliche Tipps zur Identität der Poker- Räuber von einer weiteren arabischen Familie stammten, wollte die Polizei dem Bericht zufolge nicht bestätigen. Bekannt sei, dass sich beide Familien seit Jahren feindlich gegenüberstünden. Dabei gehe es unter anderem um Drogenhandel und andere Bereiche der organisierten Kriminalität.
Das räuberische Quartett hatte bei dem Überfall am 6. März im Hyatt-Hotel am Potsdamer Platz das Geld zusammengerafft und war geflüchtet. Das Geld sollen die 19 bis 21 Jahre alten Männer unter sich aufgeteilt haben. Auch in den Vernehmungen der am Samstag festgenommenen Verdächtigen sei der Verbleib der Beute unklar geblieben, so der Staatsanwalts-Sprecher. Der 21-Jährige hatte aber angekündigt, seinen Teil der Beute zurückzugeben.
Der Mann hatte sich als Erster am vergangenen Montag in Berlin gestellt. Nach «intensiven Befragungen» verriet er seine Komplizen, nach denen dann mit Fotos, Namen und Haftbefehl gesucht wurde. Am Mittwoch wurde der zweite Verdächtige ebenfalls in der Hauptstadt festgenommen. Der 20-Jährige war eher zufällig von einer Zivilstreife kontrolliert worden und ließ sich widerstandslos abführen. Die mutmaßlichen Räuber Nummer drei und vier waren ins Ausland geflüchtet.
Am Samstag ging es dann aber Schlag auf Schlag. Gegen 11.00 Uhr kam ein 20-Jähriger mit einer Maschine aus Istanbul zurück. Er stellte sich nach seiner Landung, wurde festgenommen und zur Vernehmung gebracht. Acht Stunden später, gegen 19.00 Uhr, wurde ein 19-Jähriger als letzter Verdächtiger der Viererbande ebenfalls in Tegel gefasst. Er war in einem Flugzeug aus Beirut zurückgekehrt. Die Anwälte der beiden Geflüchteten hatten der Polizei vorher signalisiert, dass die Männer aufgeben wollen, wie Polizeisprecher Frank Millert sagte.
Bei dem Überfall hatten die Poker-Räuber in dem Luxushotel jede Menge Spuren hinterlassen und wurden auch von Überwachungskameras gefilmt. Die Männer türkischer und arabischer Herkunft waren der Polizei schon vorher bekannt: Sie standen bereits wegen Diebstählen oder Raubüberfällen vor Gericht. Sie sitzen nun getrennt voneinander im deutschlandweit größten Untersuchungsgefängnis für Männer in Berlin-Moabit.
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21.03.2010
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Die Polizei hat alle vier Täter des Raubüberfalls auf ein Poker-Turnier im Hotel Hyatt festgenommen.
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