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Letzter Anlauf zur Rettung

Die Eurogruppe unternimmt den wohl letzten Anlauf, Zypern vor der Pleite zu retten. Ein Scheitern könnte die Stabilität der Eurozone bedrohen.

Dramatische Stunden in Brüssel: Bis in den Abend verhandelten EU-Ratspräsident Hermann van Rompoy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso mit Zyperns Präsident Nikos Anastasiades über den Rettungsplan der vom Banken- und Staatsbankrott bedrohten Inselrepublik. Umstritten war insbesondere der milliardenschwere Eigenanteil, den Zypern für die Hilfe der internationalen Geldgeber aufbringen muss. Bei den Verhandlungen soll Zyperns Staatschef wegen des massiven Drängens der EU-Spitze von Rücktritt gesprochen haben. "Was wollt Ihr denn? Wollt Ihr mich zum Rücktritt zwingen?, soll er gesagt haben.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zeigte sich vor dem Krisentreffen der Euro-Finanzminister am Abend dennoch vorsichtig optimistisch. "Ich hoffe, dass wir heute zu einem Ergebnis kommen können. Aber das setzt voraus, dass man in Zypern die Lage einigermaßen realistisch sieht. Wir sind zu einer Lösung bereit."

Die Gespräche fanden unter großem Zeitdruck statt, denn die Europäische Zentralbank (EZB) verlangt ein abgeschlossenes Sanierungskonzept. Andernfalls will sie für die zyprischen Banken nur noch bis einschließlich heute Geld aus Europa bereitstellen.

Schäuble räumte ein, dass eventuell mehr Geld als bisher erwartet gebraucht werde. Das Hilfspaket internationaler Geldgeber soll nach bisherigen Plänen einen Umfang von zehn Milliarden Euro haben. Eine zusätzliche Eigenbeteiligung von 5,8 Milliarden Euro sollte mit einer Zwangsabgabe auf zyprische Kontenguthaben zusammenkommen. Nach französischen Angaben beträgt der Eigenanteil der Inselrepublik 7 Milliarden Euro.

Das Tauziehen um die Rettung des Euro-Landes hatte auch den ganzen Samstag angedauert: In den Gesprächen mit der sogenannten Troika aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds IWF gab es immer wieder Komplikationen. Im Mittelpunkt stand die Zwangsabgabe auf Geldeinlagen bei der Bank of Cyprus, dem größten Geldinstitut.

Die beiden größten zyprischen Banken haben gestern neue Höchstbeträge für Abhebungen an Geldautomaten festgesetzt. Kunden der Bank of Cyprus dürfen bis zu 120 Euro am Tag, Kunden der Laiki Bank bis zu 100 Euro abheben.

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