Kommentar Kinderpornografie: Klarer definieren

Der internationale Tausch und Verkauf von Kinderpornos und Nacktbildern hat inzwischen Dimensionen angenommen, die an die Grenzen des Vorstellungsvermögens gehen. Immer wieder werden Kinderporno-Ringe gesprengt, die tausende, wenn nicht zehntausende Kunden bedienen. Ein Kommentar von Tanja Wolter.

TANJA WOLTER |

Der internationale Tausch und Verkauf von Kinderpornos und Nacktbildern hat inzwischen Dimensionen angenommen, die an die Grenzen des Vorstellungsvermögens gehen. Immer wieder werden Kinderporno-Ringe gesprengt, die tausende, wenn nicht zehntausende Kunden bedienen. Und dabei spiegeln solche spektakulären Fahndungserfolge stets nur einen winzigen Teil des skrupellosen Geschäfts auf dem Rücken der Allerschwächsten der Welt wider - der Kinder.

Doch wo beginnt eigentlich Kinderpornografie? Der Fall Edathy hat in Deutschland eine Debatte darüber ausgelöst, denn bislang war der Ankauf und Besitz reiner Nacktfotos mit Kindern, teils auch aufreizender Art, gerade noch erlaubt. Harmlos sind diese aber oft nicht: Für pädophile Käufer können sie ein Einstieg sein. Irgendwann verlieren sie ihren Reiz - und die Suche nach härterem Material beginnt. Für die betroffenen Kinder sind solche Aufnahmen nicht selten der Beginn eines Missbrauchs, der sich von mal zu mal steigert.

Die Politik muss sich deshalb dieser Grauzone annehmen und Kinderpornografie klarer definieren. Wie Justizminister Maas Nacktfotos von Kindern unter Strafe stellen will, ohne tatsächlich harmlose Fotos etwa vom Urlaubsstrand - denn auch diese gibt es - zu kriminalisieren, bleibt allerdings schleierhaft. Letztlich wird diese Interpretation wohl den Gerichten überlassen bleiben.

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