Kokmmentar Schavan: Noch ist nichts besiegelt
Ein Schicksalstag für Annette Schavan, so ist spekuliert worden, sei der Tag der Entscheidung im Fakultätsrat der Uni Düsseldorf. Gestern hat sich das Gremium nach langer Beratung dafür ausgesprochen, ein Verfahren zur Aberkennung des Doktortitels einzuleiten.
Autor: ANTJE BERG |Ein Schicksalstag für Annette Schavan, so ist spekuliert worden, sei der Tag der Entscheidung im Fakultätsrat der Uni Düsseldorf. Gestern hat sich das Gremium nach langer Beratung dafür ausgesprochen, ein Verfahren zur Aberkennung des Doktortitels einzuleiten. Alles andere hätte überrascht, zu eindeutig hatte sich der vorgeschaltete Promotionsausschuss geäußert. Doch das politische Schicksal der Bundesbildungsministerin ist damit, allen Unkenrufen zum Trotz, noch nicht besiegelt.
Wie anders dieser Fall gelagert ist als die Plagiatsaffäre des einstigen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg, belegt der jetzt entbrannte Wissenschaftsstreit über die vor mehr als 30 Jahren angefertige Doktorarbeit Schavans. Im Kern geht es um die Frage, ob das Verfahren in Düsseldorf allen gültigen Standards gerecht geworden ist oder ob hier - aus welchen Motiven auch immer - bei der Überprüfung in besonders beckmesserischer Art vorgegangen wurde. Das zu klären, dürfte nicht nur im Interesse der Ministerin, sondern auch der Wissenschaft selbst liegen.
Man kann davon ausgehen, dass die CDU-Politikerin alle juristischen Möglichkeiten ausschöpfen wird. Das ist ihr gutes Recht, und bis zu einem abschließenden Urteil gilt auch in diesem Fall die Unschuldsvermutung. Das politische Schicksal der Annette Schavan - es wird zunächst vor allem davon abhängen, ob dieser Grundsatz auch in Wahlkampfzeiten geachtet wird.





