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KOMMENTAR · SCHAVAN: Das Selbstverständliche

Nichts außer dem Normalen ist passiert bei der Nominierung Annette Schavans zur Bundestagskandidatin im Ulmer Wahlkreis. Das Gewöhnliche aber geriet zum außergewöhnlichen Auftrieb überregionaler Medien vor den Toren Ulms.

Autor: HANS-ULI THIERER |
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Nichts außer dem Normalen ist passiert bei der Nominierung Annette Schavans zur Bundestagskandidatin im Ulmer Wahlkreis. Das Gewöhnliche aber geriet zum außergewöhnlichen Auftrieb überregionaler Medien vor den Toren Ulms. Das Dorf Eggingen erlebte einen Medienhype, nicht, weil eine Ministerin zur Wiederwahl anstand, sondern weil es sich um eine angeschlagene Ministerin handelt.

Die Nominierung gewährte außer Einblicken ins Seelenleben einer Parteibasis auch Erkenntnisse darüber, wie die Medienlandschaft tickt. Ihr Interesse an normalen politischen Zuständen ist so gering wie an solide arbeitenden Politikern, die allen anderslautenden Ansichten zum Trotz noch existieren. Dagegen stürzen sich die Medien auf alle und alles, was ungewöhnlich erscheint, vorzugsweise auf beschädigte Personen des öffentlichen Lebens, wie es Schavan wegen des Plagiatsverdachts ist.

Dass die Ministerin, deren Kind im Lande G 8 ist, die grün-rote Bildungspolitik attackierte und entgegen ihrer sonst dozierenden Art in plumper Attackenrhetorik die Parteiseele bediente, war zu erwarten. Ebenso ihre klare Nominierung. Sie war Alleinkandidatin und hatte eine innerparteiliche Solidaritätsadresse bitter nötig. Alles andere als 90 Prozent wäre als Misstrauen gedeutet worden. 95,8 Prozent sind es. Das ist selbstverständlich. Doch erst die Dissertations-Untersuchung wird klären, was dieser Vertrauensbeweis wirklich wert ist.

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