KOMMENTAR · LIBYEN: Deutscher Eiertanz
Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass", unter dieses Motto lässt sich derzeit die deutsche Außenpolitik stellen. Es ist noch nicht lange her, da tönte Außenminister Guido Westerwelle (FDP), man stehe an der Seite der Freiheitsbewegungen in der arabischen Welt. Ganz so, wie es sich für die von ihm proklamierte "werteorientierte Außenpolitik" gehörte. Was folgte, war ein Eiertanz.
Gaddafi müsse weg, ließ der Minister verlauten und war vermutlich als einziger verdutzt, dass das den libyschen Gewaltherrscher nicht die Bohne scherte. Sanktionen sollten dann Entschlossenheit markieren. Doch Einreiseverbote und gesperrte Konten schrecken Gaddafi nicht. Der Herrscher von Libyen ist entschlossen, jegliche Opposition auslöschen. In den zurückeroberten Städten zettelten seine Söhne brutale Rachefeldzüge an.
Und der deutsche Außenminister? Er beließ es bei wohlklingenden Worten und setzte politisch auf Verzögerung. Dass sich die meisten europäischen Staaten im Bündnis mit der arabischen Liga für militärisches Eingreifen aussprachen, kam in Berlin nicht an. So wurde die deutsche Enthaltung im UN-Sicherheitsrat auch zum Debakel.
Die deutsche Außenpolitik zeigt sich im Libyenkonflikt von ihrer schwachen Seite. Sie formuliert Werte, die sie nicht zu verteidigen bereit ist. Sie wird nicht müde, eine europäische Außenpolitik zu postulieren, der sie dann selbst die kalte Schulter zeigt. Sie beansprucht als großes europäisches Land Mitsprache im Sicherheitsrat, um sich dort mit Taktieren und Bremsen hervorzutun. Glaubwürdig ist das nicht - nicht für die westlichen Partner, schon gar nicht in der arabischen Welt. ELISABETH ZOLL
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Autor: SWP | 21.03.2011
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Kommentare (2)
Eiertanz der SPD
Vermutlich dürfte die Libyen-Haltung der Bundesregierung maßgeblich von Frau Merkel bestimmt worden sein. Falls so, kann man sie für diesen innenpolitischen Schachzug nur bewundern: anstatt der Opposition eine weitere Steilvorlage zu liefern, wird vorallem die SPD als opportunistischer, konzept- und orientierungsloser Haufen enttarnt, der pawlowsch alles ablehnt, was von der Regierung kommt. Selbst wenn es eigentlich ihrer eigenen Grundüberzeugung entspricht. Siehe Heidemarie Wieczorek-Zeul, bisher strikt gegen jede militärische Intervention, sie " "sprach von einer "Schande" und ätzte in Richtung des Außenministers: "Gegenüber Despoten kann es keine Enthaltung geben." "Selbst im Spiegel wird wird genüßlich vermerkt "von einer klaren Linie in Sachen Libyen sind die Sozialdemokraten in etwa so weit entfernt wie Oberst Muammar al-Gaddafi vom Friedensnobelpreis"
LIBYEN: Deutscher Eiertanz
Frau ELISABETH ZOLL's Kommentar macht den Eindruck als ob Lieschen Mueller die Welt erklaert. Sehr naiv.Wenn sie schon Guido Westerwelle's politischen Eiertanz anspricht, ohne seine Qualifikation zu hinterfragen, so sollte man darauf hinweisen, dass Herr Moelleman, ein Verfechter der deutsch-arabischen Freundschaft, heute nicht mehr lebt und vor seinem Ableben gemobbt wurde und Guido sich benutzen lies.
Vielleicht hat Her Westerwelle dazu gelernt, Reue oder ist ein Doppelagent??Wer weis??
Auf alle Faelle haben wir bei solchen Aktionen, wie Irak & Afghanistan, als Kriegsverlierer nichts zu suchen (das wird uns auch befohlen), nur anschliessend duerfen wir bezahlen & die schmutzige Arbeit machen.