KOMMENTAR · LANDESHAUSHALT: Prinzip Hoffnung

In der Finanzpolitik klaffen Anspruch und Wirklichkeit immer weiter auseinander. Das gilt für den Bund wie für das Land. Beide staatlichen Ebenen nehmen in diesem Jahr Schulden in Rekordhöhe auf. Angesichts der Wirtschaftskrise bleibt kaum etwas anderes übrig. Doch bleibt die Politik bislang Konzepte schuldig, wie sie beim Anspringen des Konjunkturmotors ihre Etats wieder ins Lot bringen will. Dabei hat sie die Ziele längst gesetzlich fixiert: Der Bund muss bereits ab 2016 dauerhaft ohne nennenswerte Kredite auskommen, die Bundesländer dürfen ab 2020 gar keine Schulden mehr machen.

Baden-Württemberg hat sich sogar eine weitere Fußfessel angelegt, die den Spielraum der Landespolitik in den kommenden Jahren auf ein Minimum einengt. Die 2008 in Kraft getretene Selbstverpflichtung, fortan neue Schulden innerhalb von sieben Jahren wieder zu tilgen, ist zwar ehrenwert. Aber im Lichte der Finanzkrise wird aus dem im Überschwang der konjunkturellen Hochphase gegebenen Versprechen ein müder Papiertiger.

In der Geschichte Baden-Württembergs hatten die Regierenden erst viermal das Geld und den politischen Willen, Altschulden zu tilgen - und das jeweils nur mit symbolischen Beträgen in maximal zweistelliger Millionenhöhe. Wer nun verspricht, in wenigen Jahren jeweils mehr als eine Milliarde Euro zu tilgen, regiert allein nach dem Prinzip Hoffnung. Glaubwürdig macht er sich nicht. ROLAND MUSCHEL


Weitere Artikel:


zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

Sie können noch Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Bitte anmelden, um Ihren Kommentar abzuschicken
Für noch nicht registrierte Nutzer
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.








Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:


13.01.2010

Google 1+

Türsteherpoltik in Crailsheim in der Kritik

Daheim Geburtstag zu feiern ist ganz schön, aber zum Schluss mit der ganzen Clique noch in die Diskothek zu gehen, hat auch was. Also machte das kürzlich auch die ältere Tochter des Crailsheimer Bürgermeisters Herbert Holl so.... mehr

Inferno in der Hechinger Altstadt

Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte am Montagabend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr

Inferno in der Hechinger Altstadt

Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte gestern Abend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr

Hechinger Brandruinen qualmen noch

Am Tag nach dem Großbrand in der Hechinger Altstadt qualmt es immer noch aus den Brandruinen. Feuerwehrleute sind auch 20 Stunden nach Ausbruch des Feuers noch mit Löscharbeiten beschäftigt.... mehr

Haussklave erhängt sich bei Sex-Spiel in Neu-Ulmer Bordell

Neu-Ulm Ein 36-jähriger Hausbediensteter hat sich am Montag im Neu-Ulmer Bordell „Lili M.“ bei einem Sex-Experiment offenbar zu Tode stranguliert.... mehr

Ein Raub der Flammen

So einen Brand wie gestern am frühen Abend haben die Hechinger mitten in der Altstadt schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr gesehen. Der Altbaukomplex an der Ecke Marktstraße/Schlossstraße wurde ein Raub der Flammen. Von vier Drehleitern aus schützten die Feuerwehren die Nachbargebäude.... mehr