Jagd auf das weiße Gold der Elefanten Streit über größtes Landsäugetier

Ihre Elfenbein-Stoßzähne werden den Elefanten zum Verhängnis - denn sie sind äußerst begehrt. Der weitere Schutz der Tierart steht auf der Kippe.

Der Direktor der kenianischen Naturschutzbehörde, Julius Kipngetich, wählte einen symbolträchtigen Ort, um sich für ein weltweites Verkaufsverbot von Elfenbein einzusetzen. Auf dem Platz, an dem die damalige Regierung 1979 insgesamt zehn Tonnen beschlagnahmtes Elfenbein verbrennen ließ, warnte er jüngst vor der weiteren Freigabe der Elefanten-Stoßzähne. Vor allem die afrikanischen Länder werden auf der Artenschutzkonferenz in Doha (Emirat Katar) um den Elfenbeinhandel streiten.

"Die Wilderer werden sich Ländern wie Kenia zuwenden", sagt Kipngetich und ruft die internationale Gemeinschaft dazu auf, sich dem Kampf des ostafrikanischen Landes für den Schutz der größten Landsäugetiere der Welt anzuschließen.

Kenia hat sich an die Spitze einer Gruppe afrikanischer Staaten gestellt, die jeglichen Verkauf von Elfenbein auch in der Zukunft verbieten lassen möchte. Ihr steht eine Ländergruppe gegenüber, die von Tansania und Sambia angeführt wird, die den Handel mit Elfenbein wieder zulassen möchte.

Das Elfenbein ist vor allem in Japan und China als "weißes Gold" bebekannt und höchst begehrt. Es gilt als Kostbarkeit. Filigrane Kunstgegenstände werden daraus geschnitzt - und die Elefanten dafür getötet.

Zwischen Serengeti und Massai Mara, Amboseli und dem Kilimandscharo-Gebiet verlaufen die alten Wanderwege der Elefanten - und damit quer über Ländergrenzen. Rund 700 000 afrikanische Elefanten waren bis 1989 wegen ihres Elfenbeins getötet worden. Allein Kenia verlor innerhalb von 15 Jahren 85 Prozent seiner Population. Erst das internationale Handelsverbot für Elfenbein führte wieder zu einem langsamen Anstieg der Zahl Elefanten von 19 000 im Jahr 1989 auf derzeit mehr als 35 000. In ganz Afrika leben etwa 400 000 Elefanten.

Naturschützer aus Kenia, Ghana, Kongo, Ruanda und anderen Staaten befürchten nun, dass die von Tansania und Sambia beantragte beschränkte Öffnung eines legalen Marktes für Elfenbein zu einem weiteren Anstieg der Wilderei führt. Sie beantragen im Gegenzug ein 20-jähriges weltweites Verbot jeglichen Elfenbeinhandels.


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Autor: EVA KRAFCZYK, DPA | 12.03.2010

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