Jäger ärgern sich über hohe Kosten

Tübingen.  Jagdsteuern, Gebühren für Waffenschrank-Kontrollen, erhöhte Wildschaden-Entschädigungen - es gibt vieles, was die Jäger im Land bedrückt.

Walter Jäger heißt nicht nur so, er ist auch Jäger. Seit Jahrzehnten geht er seinem Hobby nach. Und hat es auch stets mit Freude betrieben und deswegen auch Ehrenämter im Landesjagdverband angenommen. Jäger ist Tübinger Kreisjägermeister und oberster Jäger im Regierungsbezirk Tübingen. Doch der Bezirksjägermeister, normalerweise eine Frohnatur, ist derzeit nicht so gut bei Laune. Viele Dinge missfallen dem Waidmann. So die gestiegenen Wildschadens-Entschädigungen, die er und seine Jagdkameraden zahlen müssen.

Die erhöhten Beträge sind Folge der Energiewende. Durch das hohe Nahrungsangebot im Wald und vermehrten Anbau von Mais zum Betrieb von Biogasanlagen finden Wildschweine beste Futterbedingungen vor. Sie vermehren sich so stark, dass es für die Jäger sehr schwer ist, durch Abschüsse die Schwarzwild-Bestände im Rahmen zu halten. Die Wildschweine tummeln sich bevorzugt in den dichten Maisfeldern und richten dort Schäden an. Da der als Energiepflanze verwendete Biomais wertvoller ist als Körnermais, entstehen den Jägern höhere Kosten bei den Entschädigungszahlungen. Sie fallen bis zu 50 Prozent höher aus, sagt Jäger. Er will das nicht als Vorwurf an die Adresse der Bauern gewertet wissen. Doch die Gemeinden müssten auf die erhöhte finanzielle Belastung reagieren. Jäger schlägt vor, den Wildschaden in den Pachtverträgen zu deckeln. Die Gemeinde Starzach im Kreis Tübingen beispielsweise kam diesem Wunsch nach und beschloss eine Obergrenze von 2000 Euro im Jahr.

Weil Jagd längst ein finanzielles Zuschussgeschäft ist, bedeutet auch die Jagdsteuer für die Jäger ein Ärgernis. Zuletzt schafften die Landkreise Neckar-Odenwald, Heilbronn und Rottweil die Steuer ab. Zehn der 44 Stadt- und Landkreise im Land halten sie aufrecht. Jäger forderte sie auf, sich einen Ruck zu geben und sich von der Steuer zu verabschieden. Ebenfalls auf Ablehnung stoßen die Gebühren der Kommunen bei der Kontrolle der Waffenschränke. Walter Jäger findet es gerechter, Gebühren nur bei Beanstandungen zu erheben.


Kommentare (3)

01.01.2012 17:18 Uhr |   Antonietta Tumminello

Deutschlands Jäger, insgesamt noch etwa 350.000,

greifen massiv in die Ökosysteme unserer Kulturlandschaft ein. Sie verändern sie zu ihrem Nutzen und oft zum Nachteil für den Naturhaushalt. Für den Abschuss begehrte Arten wie Rehe, Hirsche und Fasane werden mit Wildfütterungen, Medikamenten oder Aussetzaktionen in unnatürlicher Weise vermehrt, wodurch insbesondere den letzten naturnahen Wäldern Fraßschäden gefördert werden. Gegen lästige Konkurrenten, von Fuchs über Marder, Dachs und Iltis bis hin zum Mauswiesel, führt man dagegen mit einer Vielzahl oft tierquälerischer Fallen und dem Gewehr einen wahren Feldzug. Anschließend dient sich die Jägerschaft in der Öffentlichkeit als Ersatz für die zuvor von eigener Hand ausgerotteten "Raubtiere" an. Doch diese kann und muss der Mensch gar nicht ersetzen. Beutegreifer haben in der Regel einen nur qualitativen Einfluss auf die Populationen ihrer Beutetiere. Sie töten meist kranke, schwache oder junge Tiere.
01.01.2012 19:23 Uhr |   Peter  Küpper

Bevor Sie hier wirr drauflosschreiben, sollten Sie sich erst mal

mit der Sach- und Rechtslage vertraut machen.
Die Verpflichtung, wann und wie gefüttert oder nicht gefüttert werden muss / darf, ergibt sich aus dem BJagdG und den Landesgesetzen.

Die Jäger, welche heute die Jagd ausüben, haben Wölfe, Bären u.a. Raubwild nicht ausgerottet.

Fuchs, Marder, Dachs, Mauswiesel und Iltis helfen da auch nicht weiter, den Wildbestand des Schalenwildes in einem gesunden Bestand zu halten.
03.01.2012 11:02 Uhr |   Heidrun  Heidtke

eine Runde Mitleid

Autos kosten Steuern, Hunde kosten Steuern nur zwei Beispiele. Teure Hobbys kosten Geld, zb. Golfausrüstung, Flugzeug, Tennisschläger, Musikinstrument, Vereinsgebühren etc.

Jäger jammern nicht darüber was ihre Jagduntensilien kosten, da wird tief für in die Tasche gegriffen. Jagdauto, Jagdkleidung, Waffen, Munition,
etc.
Wer dafür Geld hat, kann auch seine Jagd- und Waffensteuer zahlen.

Jagd ist eine Freizeitbeschäftigung und wird freiwillig ausgeführt. Kein Jäger wird gezwungen den Jagdschein zu machen und zu jagen. Wem dieses Hobby zu teuer ist, kann ja damit aufhören.

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Autor: RAIMUND WEIBLE | 31.12.2011

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