Google verlängert Widerspruchsfrist gegen Street View
Google hat die Widerspruchsfrist bei seinem Straßenatlas Street View auf das Doppelte verlängert und so Forderungen deutscher Datenschützer und Politiker erfüllt. Anwohner und Mieter in Deutschland können bis zum 15. Oktober über eine Internetseite ihre Häuser in Street View unkenntlich machen lassen. Bisher endete die von Google gesetzte Frist am 15. September.
In einer Mitteilung des Google-Datenschutzbeauftragten Peter Fleischer von Donnerstag aus Hamburg machte Google noch eine Reihe weiterer Zusagen zum Datenschutz bei Street View: Die persönlichen Daten der Antragsteller sollen „sicher verwahrt“ werden und nach einer Verjährungsfrist gelöscht werden. Damit reagierte Google auf den Vorwurf, man müsse erst neue private Daten preisgeben, ehe das eigene Wohnhaus aus Street View ausgeblendet werde. Google fordert für den Antrag zur Ausblendung aus Street View in der Tat Name und Adresse des Antragstellers. Auch Einzelheiten über das Haus wie etwa Farbe der Fassade werden abgefragt. Datenschützer hatten gesagt, so würde Google erst recht herausfinden, wer in welchem Haus wohne.
Der für die Google-Überwachung zuständige Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar erklärte nach einem Treffen
mit den Street View-Managern, Google habe bestätigt, „dass mit den Daten der Widersprechenden sorgsam umgegangen wird und sie nicht länger als nötig aufbewahrt werden“. Er freue sich darüber, das es gelungen sei, die Widerspruchsfrist um vier Wochen zu verlängern.
Aigner sieht Google beschädigt
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner und andere Politiker hatten seit Tagen eine längere Frist gefordert. Aigner sieht das
Image von Google durch den Streit beschädigt. Die CSU-Politikerin sagte „Spiegel-Online“: „Der Imageschaden für die Marke ist bereits enorm. Google kann sich keinen Fehler mehr erlauben.“ Google habe die Deutschen mit seinem Street-View-Projekt „in den Sommerferien überrumpelt“.
Google hatte vergangene Woche angekündigt, dass Street View noch dieses Jahr auch in 20 deutschen Städte eingeschaltet werden soll. Wer von Anfang an sein Haus in Street View unsichtbar machen will, kann über die Internetadresse www.google.de/streetview ein Formular ausfüllen. Google prüft den Antrag und macht dann das Haus unkenntlich.
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann begrüßte die Fristverlängerung. „Google erfüllt hiermit eine unserer zentralen
Forderungen“, erklärte er in München. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sagte, die Verlängerung sei auch gut für Google, „um verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen“.
Zahlreiche Politiker begrüßen Fristverlängerung
Die Debatte über Street View hatte eine generelle Diskussion über den Datenschutz im Internet entfacht. Neben Politikern der Linken
und der Grünen warf am Donnerstag auch die bayerische Justizministerin Beate Merk (CSU) dem Bund vor, das Datenschutzrecht nicht rechtzeitig modernisiert zu haben. Der Sozialverband VdK warnte, gerade Ältere ohne Internet-Erfahrung könnten verunsichert werden.
Merk sagte der „Passauer Neuen Presse“: „Ich denke, da hätte man auf Bundesebene schon früher aktiv werden können.“ Schließlich sei Google schon länger mit seinen Kameraautos unterwegs. Merk forderte, den Datenschutz generell auf den Prüfstand zu stellen
„und hinsichtlich der neuen Medien und neuer Kommunikationsformen wie soziale Netzwerke abzuklopfen“.
Die Bundesregierung hatte diese Woche ein von den Ländern gefordertes Gesetz zu Kontrolle von Diensten wie Street View abgelehnt. Innenminister Thomas de Maizière ließ mitteilen, es brauche einen breiteren Ansatz, der die Persönlichkeitsrechte in den Vordergrund stelle. Laut Leutheusser-Schnarrenberger soll ein Gesetzentwurf schnell erarbeitet werden.
Der für die Google-Überwachung zuständige Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar erklärte nach einem Treffen
mit den Street View-Managern, Google habe bestätigt, „dass mit den Daten der Widersprechenden sorgsam umgegangen wird und sie nicht länger als nötig aufbewahrt werden“. Er freue sich darüber, das es gelungen sei, die Widerspruchsfrist um vier Wochen zu verlängern.
Aigner sieht Google beschädigt
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner und andere Politiker hatten seit Tagen eine längere Frist gefordert. Aigner sieht das
Image von Google durch den Streit beschädigt. Die CSU-Politikerin sagte „Spiegel-Online“: „Der Imageschaden für die Marke ist bereits enorm. Google kann sich keinen Fehler mehr erlauben.“ Google habe die Deutschen mit seinem Street-View-Projekt „in den Sommerferien überrumpelt“.
Google hatte vergangene Woche angekündigt, dass Street View noch dieses Jahr auch in 20 deutschen Städte eingeschaltet werden soll. Wer von Anfang an sein Haus in Street View unsichtbar machen will, kann über die Internetadresse www.google.de/streetview ein Formular ausfüllen. Google prüft den Antrag und macht dann das Haus unkenntlich.
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann begrüßte die Fristverlängerung. „Google erfüllt hiermit eine unserer zentralen
Forderungen“, erklärte er in München. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sagte, die Verlängerung sei auch gut für Google, „um verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen“.
Zahlreiche Politiker begrüßen Fristverlängerung
Die Debatte über Street View hatte eine generelle Diskussion über den Datenschutz im Internet entfacht. Neben Politikern der Linken
und der Grünen warf am Donnerstag auch die bayerische Justizministerin Beate Merk (CSU) dem Bund vor, das Datenschutzrecht nicht rechtzeitig modernisiert zu haben. Der Sozialverband VdK warnte, gerade Ältere ohne Internet-Erfahrung könnten verunsichert werden.
Merk sagte der „Passauer Neuen Presse“: „Ich denke, da hätte man auf Bundesebene schon früher aktiv werden können.“ Schließlich sei Google schon länger mit seinen Kameraautos unterwegs. Merk forderte, den Datenschutz generell auf den Prüfstand zu stellen
„und hinsichtlich der neuen Medien und neuer Kommunikationsformen wie soziale Netzwerke abzuklopfen“.
Die Bundesregierung hatte diese Woche ein von den Ländern gefordertes Gesetz zu Kontrolle von Diensten wie Street View abgelehnt. Innenminister Thomas de Maizière ließ mitteilen, es brauche einen breiteren Ansatz, der die Persönlichkeitsrechte in den Vordergrund stelle. Laut Leutheusser-Schnarrenberger soll ein Gesetzentwurf schnell erarbeitet werden.
Weitere Artikel:
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar
Autor: CLAUS-PETER TIEMANN, AP | 19.08.2010
| Artikel twittern |
|
|
Gegen den Start von Google Street View gibt es in Deutschland massive Proteste. Die Bundesregierung will schon in der kommenden Woche über schärfere Gesetze im Umgang mit Internet-Diensten wie Street View entscheiden. Foto: dpa
Bild 1 von 14
MEHR ARTIKEL ZUM THEMA
HINTERGRUND: Widerspruch muss warten
Viele Häuslebesitzer wollen Google verbieten, ihr Heim im Internet zu zeigen. Dass das nicht so einfach ist, zeigt unser Selbstversuch.... mehrDas ist heute erlaubt
Ein Gesetz, das regelt, was ein Geo-Dienst wie Street View darf, gibt es nicht. Juristen gehen davon aus, dass das Vorgehen zulässig ist, solange der Anbieter einige Regeln einhält.... mehrNOTIZEN vom 13. August
Stadt in der Pflicht Stuttgart - Seit das Unternehmen Google den Start der virtuellen Stadtspaziergänge im Herbst verkündet hat, gibt es heftigen Widerstand von Datenschützern und Politikern... ... mehrProminente lassen ihre Häuser pixeln
Berlin Die Bundesregierung will schon in der kommenden Woche über schärfere Gesetze im Umgang mit Internet-Diensten wie Google Street View beraten. "Es wird dazu eine abgestimmte Haltung geben",... ... mehr
Countdown für virtuelle Städtetrips
Für 20 Städte will der Internetkonzern Google Ende des Jahres sein Programm Street View starten. Darunter sind auch Mannheim und Stuttgart. Doch in Deutschland will die Zahl der Kritiker nicht schrumpfen.... mehrHINTERGRUND: Die Tür geht nicht auf
Ein virtueller Spaziergang durch Paris - wir haben es ausprobiert. In Frankreich wurde Google Street View 2008 eingeführt, ohne große Proteste.... mehrMEISTGELESENE ARTIKEL
Transporter rast mit hohem Tempo auf Wohnmobil
Langenau Noch unklar ist die Ursache für einen schweren Auffahrunfall am Donnerstag auf der Autobahn 7 bei Langenau, bei dem ein Transporter mit extrem hohem Tempo auf ein Wohnmobil auffuhr. Drei Menschen wurden dabei schwer verletzt, eine Katze wird vermisst.... mehr
Schwerer Vorfahrtunfall auf neuer Kreuzung bei Brenz
Weil eine Autofahrerin die Vorfahrt nicht beachtete, kam es am Dienstag zu einem verheerenden Unfall auf der neuen Bundesstraße 492: Die Unfallverursacherin wurde lebensgefährlich verletzt.... mehr
Schulbus durchbricht Leitplanke und kippt um
Burgrieden/Rot Der Fahrer eines mit elf Schülern besetzten Schulbuses ist am Donnerstagmittag von der Straße abgekommen, durch eine Leitplanke gebrochen und anschließend im Graben auf die Seite gekippt. Ein Großaufgebot an örtlichen und überregionalen Kräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei musste zum Einsatz anrücken.... mehr
Ruf nach Heim ohne Waffen - Memminger Schütze knackte gesicherten Tresorraum seines Vaters
Memmingen/Stuttgart Nach dem Memminger Amok-Alarm fordern Grüne und Opferverbände ein schärferes Waffenrecht. Der 14-Jährige hatte Waffen des Vaters entwendet.... mehr
Fremde Feder - Hans Küng: Papst provoziert Ungehorsam
Auf dem alternativen wie auf dem offiziellen Katholikentag in Mannheim herrschten allgemein Unmut und Frustration über die Verschleppung innerkirchlicher Reformen. Im scharfen Kontrast dazu bereitet Papst Benedikt XVI. für Pfingsten offensichtlich die definitive Versöhnung der katholischen Amtskirche mit den traditionalistischen Piusbrüdern, deren Bischöfen und Priestern vor.... mehr

ZURÜCK


