FDP ist stolz auf die eigene Linie

Die Liberalen sind zufrieden, beim künftigen Bundespräsidenten Eigenständigkeit demonstriert zu haben. Die Koalition sehen sie nicht gefährdet.

"Wir stehen zur Koalition, die bisher erfolgreich für Deutschland gearbeitet hat." Die stellvertretende FDP-Vorsitzende Birgit Homburger ließ gestern keinen Zweifel daran, dass die schwarz-gelbe Koalition nicht in Frage steht - auch wenn mancher in der Union verärgert sein mag, dass sich die Liberalen bei der Frage des künftigen Bundespräsidenten überraschend eigenständig verhielten und aus ihrer Präferenz für Joachim Gauck keinen Hehl machten. Auf die Frage, ob das FDP-Präsidium damit den Bruch der Koalition riskiert habe, wollte sich Homburger erst gar nicht einlassen. Es habe sich um eine inhaltliche Entscheidung gehandelt, betonte sie gegenüber der SÜDWEST PRESSE: Zu finden war eine Persönlichkeit, die in der Lage sei, verlorengegangenes Vertrauen bei den Bürgern wiederzugewinnen.

Wie andere Liberale erinnerte Homburger daran, dass ein eigener Kandidat der FDP kein Novum gewesen wäre: 1994 war Hildegard Hamm-Brücher bei der Präsidentenwahl offiziell für die Liberalen angetreten - damals allerdings mit der Zusicherung an CDU-Kanzler Helmut Kohl, im dritten Wahlgang Roman Herzog zu unterstützen, was letztlich auch den Ausschlag gab. Davon war jetzt nicht die Rede. Doch FDP-Wahlleute - insbesondere aus Sachsen - hatten schon 2010 Gauck ihre Stimme gegeben und nicht Christian Wulff. Jetzt wäre es schwierig gewesen, ihnen zu vermitteln, den "Freiheitsdenker" nicht zu unterstützen.

"Es tut auch mal gut, wenn man in der Koalition den Partner überzeugen kann", sprach jetzt ein führender Liberaler vielen aus der Seele: Die leidgeprüften FDPler finden es richtig, dass die Partei ihre Eigenständigkeit demonstriert und dass sich das Präsidium am Sonntag einstimmig für Gauck aussprach, auch wenn das nur ein "Meinungsbild" gewesen sei. Viele Mitglieder und Wähler äußerten sich "zufrieden bis stolz", berichtete Fraktionsvize Florian Toncar aus Böblingen von der Basis. Gauck sei "mit Abstand der beste Kandidat". Er riet der Union, den Konflikt nicht höher zu legen, als es sein müsse. FDP-Vorstandsmitglied Birgit Reinemund aus Mannheim rechnet damit, dass sich die Aufgeregtheit im Unionslager schnell wieder legt, die sie nicht so recht nachvollziehen kann: "Die können nicht immer ihren Kopf durchsetzen." Auch in der CDU habe es von Anfang an Sympathien für Gauck gegeben, assistierte ihr Kollege Hartfrid Wolff aus Schorndorf: "Die Koalition ist nicht ernsthaft in Problemen."


Kommentare (1)

21.02.2012 06:40 Uhr |   Heiner Mayer

FDP ist stolz...................

Auf was sollte die FDP stolz sein ??

Hat diese Partei in den letzten Jahren auch nur ein
"" schwarzes unter dem Fingernagel ""
auf den Weg gebracht ??

Ausser sich selbst dar zu stellen .- Westerwelle

ausser:
interne Streitereien um Posten und Macht -
siehe "" Milchbubis ""

NICHTS

ausser den Steuerzahler Kosten verursachen :
der musste diese Personen " durchfüttern "" !!!!

Streicht diese Partei aus der Parteienlandschaft !!

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Autor: DIETER KELLER | 21.02.2012

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