Duo führt Linke zu historischem Wahlerfolg
Dass sie in NRW locker die Fünf-Prozent-Hürde nehmen würde, hatte die Linkspartei nicht erwartet. Umso ausgelassener fiel die Freude aus.
Hennarote Haare und ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Freche Frauen wählen Linke" - so hat sich Spitzenkandidatin Bärbel Beuermann im Wahlkampf präsentiert. Vorwürfe des politischen Gegners, die Linkspartei sei eine Ansammlung von Spinnern, nahm sie locker: "Ich bin Landesbeamtin, ich kann doch gar nicht bei einer Chaotentruppe sein." Die 54-Jährige ist Lehrerin an einer Förderschule in ihrer Heimatstadt Herne.
Gestern Abend hatten Beuermann und ihre Genossen Grund zum Feiern. Alle freuten sich über die deutlich mehr als fünf Prozent, die die Linken laut Hochrechnungen verbuchen können.
Beuermann spricht von einem historischen Moment. "Nach 20 Jahren gibt es jetzt wieder eine Partei links von der SPD", jubelt die Politikerin, die nun den politischen Wechsel vorantreiben will - zu mehr Transparenz, zu mehr Demokratie, zu mehr sozialer Ausgeglichenheit.
"Die voraussichtlich knapp sechs Prozent entsprechen dem, was ich für realistisch gehalten habe", sagt Erik Pieck aus Solingen. Es sei ein vernünftiges Ergebnis. Um ihn herum weicht im Laufe des Abends die anfängliche Gelassenheit aufgeregter Freude. "Das ist dann ja jetzt Nummer 13", sagt ein Genosse augenzwinkernd zu seinem Tischnachbarn und meint damit die Anzahl der Landtage, in denen die Linke nun bundesweit vertreten ist. "Was fehlt denn jetzt noch?", schiebt er hinterher.
Politischer Kopf in Nordrhein-Westfalen ist der Landesvorsitzende und Mit-Spitzenkandidat Wolfgang Zimmermann (60). Der Gewerkschafter gehört zu den Mitbegründern der WASG in NRW, war zuvor aber auch Mitglied der PDS - passiv, wie er sagt. Zimmermann gehört zu den Kräften in der Linkspartei, die grundsätzlich für eine Regierungsbeteiligung offen sind. Die Linke werde aber nur unter Bedingungen in eine Koalition eintreten, betont er. So dürfe eine von der Linken getragene Regierung keinen Sozialabbau betreiben, öffentliche Unternehmen nicht privatisieren und die Mitbestimmung nicht einschränken.
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Autor: CLAUS HAFFERT, DPA SABINE LATTERNER, DDP | 10.05.2010
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Siegesfreude: Wolfgang Zimmermann und Bärbel Beuermann. Foto: dpa
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