Bayern: Massenkarambolagen mit fast 90 Verletzten
Augsburg/Aiterhofen. Nebel, Schnee und Glatteis haben am Freitag in Bayern reihenweise Autos ineinanderkrachen lassen. Auf der Autobahn Stuttgart-München (A8) kam es zu einer Massenkarambolage mit fast 60 Fahrzeugen.
Im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen gab es auf einer Kreisstraße eine Unfallserie mit 3 Lastwagen und 41 weiteren Autos. Allein bei diesen beiden Massenunfällen wurden nach Polizeiangaben rund 90 Menschen verletzt, von den Unfallopfern mussten 25 mit schweren Verletzungen in Kliniken gebracht werden.
Auf der A8 herrschte im Bereich der Autobahnausfahrt Dasing bei Augsburg dichter Nebel mit einer Sichtweite von weniger als 50 Metern. 21 Lastwagen und 37 Personenwagen krachten dort ineinander. Auf einer Länge von mehr als einem Kilometer steckten rund 170 Fahrzeuge zwischen den demolierten Unfallautos fest. Ein Augenzeuge sprach von «absolutem Chaos», die Autobahn habe an ein Trümmerfeld erinnert.
«Wir hatten sehr schlechte Sichtverhältnisse, Glatteis war nicht die Hauptursache für die Unfälle», sagte ein Polizist. Hier gab es fast 80 Verletzte, viele Unfallbeteiligte kamen jedoch mit dem Schrecken davon. «Die waren nicht so schnell unterwegs wegen der schlechten Sicht, aber noch schnell genug, um ineinander zu fahren», berichtete ein Polizeisprecher.
Ein Großaufgebot von rund 110 Feuerwehrmännern, 60 Sanitätern und zahlreichen Polizisten war stundenlang im Einsatz. Verpflegungszelte wurden eingerichtet, es gab heiße Getränke und die Möglichkeit, sich an Heizstrahlern zu wärmen. Die Autobahn blieb in Richtung München bis in die Nachmittagsstunden gesperrt. Es bildete sich ein kilometerlanger Stau.
Bei Straubing mussten sich die Einsatzkräfte um insgesamt 14 Verletzte kümmern, nachdem im Berufsverkehr auf rund 300 Metern mehr als 40 Fahrzeuge ineinandergefahren waren. Zu den vier Einzelunfällen kam es kurz hinter einer Donaubrücke im Aiterhofener Gemeindeteil Hermannsdorf. «Einige Verkehrsteilnehmer haben gesagt, es ist plötzlich spiegelglatt gewesen, dass man Schlittschuh laufen konnte», sagte Polizeisprecher Klaus Pickel.
Einige Wagen wurden von der Straße geschleudert und landeten im Graben oder im angrenzenden Feld. Auslöser der Karambolage war nach ersten Erkenntnissen ein Laster, dessen Fahrer abbiegen wollte. «Das hat zu einem Ziehharmonikaeffekt geführt, dann ist es losgegangen», sagte Pickel. An der Unfallstelle sei es außerdem neblig gewesen.
Bereits zuvor war es nach erneuten Schneefällen in der Nacht und am Vormittag zu weit mehr als 100 Unfällen in Niederbayern und der Oberpfalz gekommen. Dabei wurden mehr als 30 Menschen verletzt, einige erlitten lebensbedrohliche Verletzungen. Bei diesen Unfällen entstand ein Sachschaden von mehr als einer halben Million Euro.
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12.03.2010
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Bei Hermannsdorf hatten sich auf eisglatter Straße kurz hintereinander vier Verkehrsunfälle ereignet.
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