Aus drei mach eins

Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit. So heißt das Entwicklungshilfe-Unternehmen der Bundesrepublik seit Anfang Januar. Die GIZ tritt die Nachfolge von bisher drei verschiedenen Entwicklungshilfe-Diensten an, die sich um die staatliche Entwicklungshilfe kümmerten. Der Deutsche Entwicklungsdienst (DED), die Internationale Weiterbildungs- und Entwicklungsgesellschaft (Inwent) und, als größte die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), teilten sich die Arbeit. Wer von den dreien für was genau zuständig war, erschloss sich nicht immer, es gab Überschneidungen.

Seit Jahren sollte die deutsche Entwicklungshilfe reformiert werden, jetzt ist es so weit. "Woran drei Vorgängerregierungen gescheitert sind, das haben wir in einem ambitionierten Zeitplan und trotz enormer Widerstände erfolgreich geschafft", sagt Dirk Niebel (FDP). Dem Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ist es tatsächlich gelungen, den zersplitterten Entwicklungssektor zusammenzuführen. Mit der GIZ sei "eine schlanke, wirtschaftliche und transparente" Organisation geschaffen worden, die ein deutsches Aushängeschild im Ausland sein werde. Damit hätten internationale Kooperationspartner künftig auch einen einheitlichen Ansprechpartner.

Allerdings bleiben zwei Dienstsitze erhalten, Bonn und Eschborn bei Frankfurt. In Bonn residierten schon bisher DED und Inwent, die GTZ hatte ihr Hauptquartier in Eschborn. Einziger Gesellschafter der GIZ ist die Bundesrepublik. Rund 16 900 Mitarbeiter arbeiten für die Gesellschaft, die für 2010 mit Umsätzen und Zuwendungen in Höhe von etwa 1,9 Milliarden Euro rechnet. Die GIZ ist in 130 Ländern aktiv und die "weltgrößte Beratungsorganisation" ihrer Art.

Nach Angaben des Ministeriums sind in Deutschland 140 000 Arbeitsplätze von Entwicklungszusammenarbeit abhängig. Zudem erhöhe jeder in die Entwicklung von Partnerländern investierte Euro das deutsche Exportvolumen um 1,80 Euro. Und es ist noch mehr drin. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat versprochen, die Ausgaben für Entwicklungshilfe bis 2015 auf 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts anzuheben. Derzeit sind es gerade 0,4 Prozent. pit/dpa


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Autor: SWP | 14.01.2011

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