Abbau von Atommeilern verzögert sich
Obrigheim. Sie liefen jahrzehntelang, jetzt werden sie zurückgebaut: Drei der fünf Atommeiler im Südwesten sind vom Netz, die letzten beiden werden bis 2022 abgeschaltet. Bis alle abgerissen sind, dauert es noch lange. Die EnBW hat aber schon einen Blick in die Zukunft geworfen.
Der Rückbau stillgelegter Atommeiler wird für den Karlsruher Energiekonzern EnBW teuer und langwieriger als gedacht. Auf die Behörden und das zuständige Umweltministerium komme eine Fülle von Genehmigungsanträgen zu, sagte der Vorsitzende der EnBW Kernkraft GmbH (EnKK), Jörg Michels, am Mittwoch in Obrigheim (Neckar-Odenwald-Kreis). «Statt einer Anlage müssen wir nun drei Anlagen gleichzeitig abbauen.» Für den Rückbau seiner insgesamt fünf Kernkraftwerke hat der Konzern rund 5,4 Milliarden Euro zurückgestellt.
Auch neue Sicherheitsanforderungen könnten die EnBW teuer zu stehen kommen. Die Zwischenlager für hochradioaktiven Atommüll sollen nachgerüstet werden, um sie gegen mögliche Terrorangriffe oder Flugzeugabstürze besser zu sichern. Die Maßnahmen gehen auf die Empfehlung einer Bund-Länder-Kommission aus dem vergangenen Jahr zurück. Das Bundesumweltministerium betonte am Mittwoch: «Mit Beginn der Baumaßnahmen ist in diesem Jahr zu rechnen.» Die Kosten dafür tragen die jeweiligen Betreiber.
Die EnBW hat Atom-Zwischenlager in Obrigheim, Philippsburg bei Karlsruhe und Neckarwestheim (Kreis Heilbronn). Planungsdetails unterliegen aus Sicherheitsgründen der Geheimhaltung. Die EnBW wollte sich daher nicht dazu äußern, bestätigte aber, dass es neue Vorschriften gebe. An den bayerischen AKW-Standorten Gundremmingen und Isar II bei Landshut ist bereits der Bau zehn Meter hoher Mauern in Vorbereitung.
Der Karlsruher Konzern baut seit drei Jahren den 2005 stillgelegten Meiler in Obrigheim zurück und will damit zwischen 2020 und 2025 fertig sein. In zwei Jahren sollen die Genehmigungen für den Abbau von Philippsburg I und Neckarwestheim I vorliegen. Diese beiden Meiler waren im vergangenen Jahr nach der Atomkatastrophe von Fukushima stillgelegt worden.
Zügig werde man auch den Rückbau der noch bis 2019 und 2022 laufenden Blöcke von Philippsburg II und Neckarwestheim II in Angriff nehmen, hieß es. Wie lange es dauern wird, bis alle Meiler abgerissen sind, ist unklar. Die Rede ist von vielen Jahrzehnten.
Problematisch seien die aufwendigen Genehmigungsverfahren: Allein in Obrigheim seien zwischen der ersten Genehmigung und dem Beginn des Abbaus fast fünf Jahre verstrichen. Der Rückbau des Meilers wird mit rund 600 Millionen Euro veranschlagt. «Wir planen für jeden Meiler individuell», sagte Michels. Die Abläufe jedoch seien ähnlich: Erst am Ende werde der Reaktorblock demontiert und dekontaminiert.
In Obrigheim fallen rund 275 000 Tonnen Müll an - vor allem Bauschutt. Lediglich ein Prozent sei schwach- und mittelradioaktiver Müll. Dieser soll langfristig in die Schachtanlage Konrad gebracht werden. Die Anlage in Niedersachsen wird derzeit zum ersten nach Atomrecht genehmigten Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle umgebaut.
Die 342 hochradioaktiven Brennelemente werden in Obrigheim selbst zwischengelagert. Für die anderen, etwas größeren Südwest-Meiler werde sich der Müll in vergleichbaren Größenordnungen bewegen. Zahlen gebe es noch nicht.
In Obrigheim hat die zweite Abbauphase begonnen. Anwohner klagen dagegen, weil die Öffentlichkeit aus ihrer Sicht nicht ausreichend beteiligt wurde.
Auch neue Sicherheitsanforderungen könnten die EnBW teuer zu stehen kommen. Die Zwischenlager für hochradioaktiven Atommüll sollen nachgerüstet werden, um sie gegen mögliche Terrorangriffe oder Flugzeugabstürze besser zu sichern. Die Maßnahmen gehen auf die Empfehlung einer Bund-Länder-Kommission aus dem vergangenen Jahr zurück. Das Bundesumweltministerium betonte am Mittwoch: «Mit Beginn der Baumaßnahmen ist in diesem Jahr zu rechnen.» Die Kosten dafür tragen die jeweiligen Betreiber.
Die EnBW hat Atom-Zwischenlager in Obrigheim, Philippsburg bei Karlsruhe und Neckarwestheim (Kreis Heilbronn). Planungsdetails unterliegen aus Sicherheitsgründen der Geheimhaltung. Die EnBW wollte sich daher nicht dazu äußern, bestätigte aber, dass es neue Vorschriften gebe. An den bayerischen AKW-Standorten Gundremmingen und Isar II bei Landshut ist bereits der Bau zehn Meter hoher Mauern in Vorbereitung.
Der Karlsruher Konzern baut seit drei Jahren den 2005 stillgelegten Meiler in Obrigheim zurück und will damit zwischen 2020 und 2025 fertig sein. In zwei Jahren sollen die Genehmigungen für den Abbau von Philippsburg I und Neckarwestheim I vorliegen. Diese beiden Meiler waren im vergangenen Jahr nach der Atomkatastrophe von Fukushima stillgelegt worden.
Zügig werde man auch den Rückbau der noch bis 2019 und 2022 laufenden Blöcke von Philippsburg II und Neckarwestheim II in Angriff nehmen, hieß es. Wie lange es dauern wird, bis alle Meiler abgerissen sind, ist unklar. Die Rede ist von vielen Jahrzehnten.
Problematisch seien die aufwendigen Genehmigungsverfahren: Allein in Obrigheim seien zwischen der ersten Genehmigung und dem Beginn des Abbaus fast fünf Jahre verstrichen. Der Rückbau des Meilers wird mit rund 600 Millionen Euro veranschlagt. «Wir planen für jeden Meiler individuell», sagte Michels. Die Abläufe jedoch seien ähnlich: Erst am Ende werde der Reaktorblock demontiert und dekontaminiert.
In Obrigheim fallen rund 275 000 Tonnen Müll an - vor allem Bauschutt. Lediglich ein Prozent sei schwach- und mittelradioaktiver Müll. Dieser soll langfristig in die Schachtanlage Konrad gebracht werden. Die Anlage in Niedersachsen wird derzeit zum ersten nach Atomrecht genehmigten Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle umgebaut.
Die 342 hochradioaktiven Brennelemente werden in Obrigheim selbst zwischengelagert. Für die anderen, etwas größeren Südwest-Meiler werde sich der Müll in vergleichbaren Größenordnungen bewegen. Zahlen gebe es noch nicht.
In Obrigheim hat die zweite Abbauphase begonnen. Anwohner klagen dagegen, weil die Öffentlichkeit aus ihrer Sicht nicht ausreichend beteiligt wurde.
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar
Autor: dpa | 11.01.2012
| Artikel twittern |
|
|
Das Atomkraftwerk Neckarwestheim, aufgenommen am 12.03.2011. Foto: lsw/dpa
Bild 1 von 13
MEHR ARTIKEL ZUM THEMA
Atommüll: Warten auf den Castor
Gorleben Kommende Woche rollt der Castor. In der Region Gorleben werden tausende Atomkraftgegner erwartet. Zwar soll die Endlager-Suche neu starten, doch an ein Aus für Gorleben glaubt niemand so recht.... mehrCHRONOLOGIE: 35 Jahre auf der Suche
Schon seit 35 Jahren ist das niedersächsische Gorleben als mögliches Atommüllendlager im Gespräch - und umstritten. Ein Rückblick:... mehr
Trotz neuer Endlagersuche: Castor-Transport schafft Unruhe
Gorleben Kommende Woche ist es wieder so weit: Der Castor rollt. In der Region Gorleben herrscht dann Ausnahmezustand, tausende Atomkraftgegner werden zum Protest erwartet. Zwar soll die Endlager-Suche neu starten, doch an ein Aus für Gorleben glaubt noch niemand so recht.... mehr
Gundremmingen: Radioaktivität steigt nach Brennstab-Defekt
Gundremmingen So wenig radioaktive Abluft wie möglich: Das fordern die Grünen vom Atomkraftwerk Gundremmingen. Dort sind erhöhte Werte ermittelt worden.... mehr
Merk: Atommüll nicht in Region
Kreis Neu-Ulm Die bayerische Justizministerin Beate Merk (CSU) sieht keinen Ansatzpunkt für ein Atommüll-Endlager in der Region Ulm/Neu-Ulm. "Es gibt zwar Tonschichten, die eine Eignung nicht grundsätzlich ausschließen lassen", teilte sie am Montag mit.... mehrSkandal um Lobbyarbeit
Berlin Jede Interessengruppe versucht, die öffentliche Meinung für ihre Interessen zu gewinnen. Selten wird das Ausmaß aber bekannt wie nun die Arbeit der Atomlobby vor der Bundestagswahl 2009.... mehrMEISTGELESENE ARTIKEL
Transporter rast mit hohem Tempo auf Wohnmobil
Langenau Noch unklar ist die Ursache für einen schweren Auffahrunfall am Donnerstag auf der Autobahn 7 bei Langenau, bei dem ein Transporter mit extrem hohem Tempo auf ein Wohnmobil auffuhr. Drei Menschen wurden dabei schwer verletzt, eine Katze wird vermisst.... mehr
Schwerer Vorfahrtunfall auf neuer Kreuzung bei Brenz
Weil eine Autofahrerin die Vorfahrt nicht beachtete, kam es am Dienstag zu einem verheerenden Unfall auf der neuen Bundesstraße 492: Die Unfallverursacherin wurde lebensgefährlich verletzt.... mehr
Schulbus durchbricht Leitplanke und kippt um
Burgrieden/Rot Der Fahrer eines mit elf Schülern besetzten Schulbuses ist am Donnerstagmittag von der Straße abgekommen, durch eine Leitplanke gebrochen und anschließend im Graben auf die Seite gekippt. Ein Großaufgebot an örtlichen und überregionalen Kräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei musste zum Einsatz anrücken.... mehr
Ruf nach Heim ohne Waffen - Memminger Schütze knackte gesicherten Tresorraum seines Vaters
Memmingen/Stuttgart Nach dem Memminger Amok-Alarm fordern Grüne und Opferverbände ein schärferes Waffenrecht. Der 14-Jährige hatte Waffen des Vaters entwendet.... mehr
Fremde Feder - Hans Küng: Papst provoziert Ungehorsam
Auf dem alternativen wie auf dem offiziellen Katholikentag in Mannheim herrschten allgemein Unmut und Frustration über die Verschleppung innerkirchlicher Reformen. Im scharfen Kontrast dazu bereitet Papst Benedikt XVI. für Pfingsten offensichtlich die definitive Versöhnung der katholischen Amtskirche mit den traditionalistischen Piusbrüdern, deren Bischöfen und Priestern vor.... mehr

ZURÜCK


