14 Jahre länger Atomkraft
Berlin. Die Laufzeiten für die Atomkraftwerke in Deutschland sollen verlängert werden. Gestern Abend wurden in der Koalition letzte Details vereinbart.
Die schwarz-gelbe Koalition macht Ernst mit der heftig umstrittenen Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beendete in einer Runde mit den Spitzen der Koalition von CDU/CSU und FDP gestern Abend den monatelangen Atom-Streit.
Nach gut elfstündigen Verhandlungen zeichnete sich eine Paketlösung ab - mit unterschiedlichen Laufzeiten und Sicherheitsauflagen je nach Alter der 17 deutschen Atomkraftwerke. Ältere und jüngere Kernkraftwerke sollen differenzierte Laufzeitverlängerungen erhalten, verlautete aus Regierungskreisen.
Zuletzt berieten die Partei- und Koalitionsspitzen ein Modell, wonach sieben ältere Meiler noch acht Jahre länger als bisher vorgesehen am Netz bleiben könnten. Zehn neuere Reaktoren könnten dann noch 14 Jahre länger Strom liefern.
Im Durchschnitt würde dies eine Verlängerung der Laufzeiten von etwa 12 Jahren ergeben. Nach dem geltenden Ausstiegsgesetz von Rot-Grün würden die letzten Meiler etwa im Jahr 2025 abgeschaltet.
Es soll zudem dabei bleiben, dass die Atomkonzerne Eon, RWE, ENBW und Vattenfall ab 2011 eine Steuer von jährlich 2,3 Milliarden Euro an den Bund zahlen. Allerdings wird diese Abgabe wohl befristet - die Rede war zuletzt von 4 bis 6 Jahren. Weitgehende Einigung gab es über die Abschöpfung der Zusatzgewinne der Atomkonzerne bei längeren Laufzeiten. Neben der Steuer werden die Unternehmen nach dem Willen der Regierung zeitgleich "vertragliche Sonderzahlungen" in einen Fonds für Ökoenergien leisten. Diese Sonderzahlungen sollen zunächst pro Jahr zwischen 200 und 300 Millionen Euro liegen. Nach Auslaufen der Atomsteuer sollen diese Zahlungen in den Fonds später etwa auf das Volumen der Steuer von jährlich 2,3 Milliarden Euro anwachsen.
In der Spitzenrunde von Union und FDP sowie mehreren Ministern wurde auch eine gemeinsame Position von Justiz- und Innenministerium vorgetragen, inwieweit ohne den Bundesrat entschieden werden kann. Eine Laufzeitverlängerung um zehn Jahre wird als verfassungsrechtlich unbedenklich bewertet. Eine Verlängerung bis zur Hälfte - also etwa 15 Jahre - galt als noch vertretbar. Die Koalition will verhindern, dass die Länder den Beschluss stoppen können. dpa
Weitere Artikel:
- Atomgegner kündigen heißen Herbst an
- Länder werden nicht gefragt
- KOMMENTAR · ATOMKRAFT: Neuer Zündstoff
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar
06.09.2010
| Artikel twittern |
|
|
MEISTGELESENE ARTIKEL
Türsteherpoltik in Crailsheim in der Kritik
Daheim Geburtstag zu feiern ist ganz schön, aber zum Schluss mit der ganzen Clique noch in die Diskothek zu gehen, hat auch was. Also machte das kürzlich auch die ältere Tochter des Crailsheimer Bürgermeisters Herbert Holl so.... mehr
Inferno in der Hechinger Altstadt
Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte am Montagabend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr
Inferno in der Hechinger Altstadt
Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte gestern Abend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr
Hechinger Brandruinen qualmen noch
Am Tag nach dem Großbrand in der Hechinger Altstadt qualmt es immer noch aus den Brandruinen. Feuerwehrleute sind auch 20 Stunden nach Ausbruch des Feuers noch mit Löscharbeiten beschäftigt.... mehr
Haussklave erhängt sich bei Sex-Spiel in Neu-Ulmer Bordell
Neu-Ulm Ein 36-jähriger Hausbediensteter hat sich am Montag im Neu-Ulmer Bordell „Lili M.“ bei einem Sex-Experiment offenbar zu Tode stranguliert.... mehr

ZURÜCK