Nachtkritik: Viel Beifall für die Oper "Médée" am Theater Ulm

Ein Sandkasten, umrahmt von einem Gitterrost-Laufsteg, prägt die Bühne. Aber eine Kindergartenspielerei ist diese Oper nicht.

JÜK |

Ein Sandkasten, umrahmt von einem Gitterrost-Laufsteg, prägt die Bühne. Aber eine Kindergartenspielerei ist diese Oper nicht: Eine leidenschaftlich liebende, aber von ihrem Mann verlassene Frau tötet, besessen von Rachegefühlen und in den Wahnsinn getrieben, ihre zwei Kinder. Luigi Cherubinis "Médée" (Medea) ist ein antiker Stoff, vertont in den Zeiten der Französischen Revolution, Mozart-mäßig bis frühromantisch musikdramatisch: eine blutige Familientragödie. Und so lokalisiert Igor Folwill seine Inszenierung, die gestern Abend am Theater Ulm Premiere feierte, in einem von glatt-kühler Kulisse (Bühne: Hartmut Holz) umspülten Sandkasten, der auch eine von Flutlicht fokussierte Arena sein kann: auf das Schicksal unschuldiger Kinder hinweisend. Eine starke, eine theatralische wie ästhetisch klare Aufführung der "Médée". Das Philharmonische Orchester agierte unter der Leitung von Daniel Montané zupackend bis hemdsärmelig: von tumultuösen Vorspielen bis zu fein bläserfarbigem Klang. Oxana Arkaeva in der Titelpartie, mit rotglühender Sturmfrisur? Angemessen monströs, in allen Facetten hochdramatisch, schauspielerisch herausragend. Die Premierenbesucher zeigten sich beeindruckt.

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