Nachtkritik: Der nackte Wahnsinn auf der Opernbühne

"Sitten und Unsitten des Theaters" - ja, darüber kann man schon mal reden, auch über jene am Theater Ulm.

JÜK |

"Sitten und Unsitten des Theaters" - ja, darüber kann man schon mal reden, auch über jene am Theater Ulm. Aber es geht jetzt um den reinen Spaß, um Gaetano Donizettis komische Oper "Le convenienze ed inconvenienze teatrali", die aber gerne auch unter dem Titel "Viva la Mamma!" fungiert und gestern Abend im Großen Haus Premiere feierte. Und wenn ein Mann, der herrliche Dominik Nekel, die Hauptrolle der übermächtigen Mamma Agata als Buffo-Bass spielt, war das an Weiberfasching natürlich die passende Verkleidungsklamotte. Der nackte Wahnsinn also in der Oper: Eifersüchteleien, Primadonnengehabe, Intrigen, Beziehungskisten. Wer das inszenieren kann? Sicher kraft Amtes der Intendant persönlich - oder? Ja, Andreas von Studnitz hat "Viva la Mamma!" zunächst mal sehr witzig als Schauspiel auf die Bühne gebracht: als Parodie auf deppertes Rampentheater mit selbstironischen Zitaten, Stummelbeinen fürs "Schlümpfekonzept". Dann kommen die Musik der versteckten Philharmoniker und der Gesang hinzu - nicht geradezu spritziger Belcanto. Im zweiten Teil, der die Oper in der Oper als Generalprobe zeigt, wird's ausufernd trashig. Viele Lacher, auch mal ein "Langweilig!"-Ruf, anhaltender Schlussapplaus.

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