Nachtkritik: La Traviata am Theater Ulm

Totentanz im Zeichen des Reifrocks: Das Publikum am Theater Ulm bejubelte am Donnerstagabend das Sängerensemble in Giuseppe Verdis Oper "La Traviata".

JÜK |

Einen „Event“ hat der Intendant Andreas von Studnitz in der Kulturnacht ja schon im Großen Haus geboten, aber am Donnerstagabend gab’s nun zum Saisonstart am Theater Ulm mit Giuseppe Verdis „La Traviata“ tatsächlich ein Opernereignis. Jedenfalls bejubelte das Premierenpublikum das Sängerensemble anhaltend: Mit Andre Nevans aus Sibirien sang ein heißblütiger Tenor den Alfredo, Schmelz und Schluchzer inklusive. Kwang-Keun Lee gab den Vater Germont mit kühler, farbenvoller Grandezza. Edith Lorans als die sterbenskranke, unglücklich liebende Edelprostituierte Violetta Valéry: mehr als nur eine respektable Leistung, ein ausdrucksvolles Rollendebüt. Und Timo Handschuh und die Philharmoniker musizierten einen gediegenen Verdi-Abend. Die Inszenierung Matthias Kaisers? Ein Totentanz im Zeichen des Reifrocks. Das konventionelle Kleidungsstück ist die große Bühnenmetapher, es macht Violetta zum Objekt der Begierde, und es ist das Gefängnis einer Außenseiterin der Gesellschaft. Viel Beifall gegen elf, nach einem ergreifenden Finale. Morgen mehr.

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