ZWISCHENRUF: SWR-Musiker auf Achse

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Als der SWR-Rundfunkrat Ende September endgültig beschloss, die beiden renommierten Sinfonieorchester des Südwestrundfunks von 2016 an zu fusionieren, blieben viele Fragen offen. Vor allem jene, wo denn das neue, große SWR-Sinfonieorchester seinen Standort hat. Stuttgart oder Freiburg? Diese zunehmend mit lokalpatriotischer Härte geführte Debatte zeigt, dass manchem Politiker erst jetzt so richtig bewusst wird, was der Südwestrundfunk mit der faktischen Zerstörung des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart (RSO) und des Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg anrichtet.

Unter Fusion verstand so mancher Landeshauptstädter offenbar, dass in den kommenden Jahren halt ein paar Musiker aus dem Badischen das RSO aufstocken werden. Anders gesagt: Angesichts von rund zwei Stunden Fahrzeit zwischen Stuttgart und Freiburg brauchts eine klare Entscheidung über den Standort, sollen die Orchestermusiker nicht mehr Zeit auf Autobahnen oder in Zügen verbringen als in Proben oder Konzerten. Also, Stuttgart oder Freiburg? Eine Antwort geht naturgemäß ans Eingemachte im Lande Baden-Württemberg - und das ausgerechnet im Jubiläumsjahr. Werden mal wieder die Württemberger beschenkt?

Hinter den Kulissen wird mächtig gestritten, eine externe Kommission soll bis zur Rundfunkratssitzung am 7. Dezember eine Empfehlung geben. Das siegessichere Stuttgart hat ein strukturelles Problem: Die überbuchte Liederhalle bietet eigentlich nicht genug Zeitfenster für die Präsenz des neuen SWR-Orchesters. Freiburg aber hat ein ideales Konzerthaus. Egal wie die Entscheidung ausfällt, eines steht schon jetzt fest: Gleich zwei gewachsene, international beachtete Klangkörper werden auseinandergerissen.

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