ZWISCHENRUF: Aufregung um ein leeres Grab

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Erfolgreiche Krimis sind nicht nur ein Segen für die Autoren und ihre Verlage. Nein, ein erfolgreicher Krimi kann auch die Attraktivität des Ortes, an dem er spielt, massiv erhöhen. Bestseller sind etwa die Kluftinger-Romane des Allgäuer Autorenduos Volker Klüpfel und Michael Kobr. Die lassen ihren Kommissar Kluftinger in Altusried residieren, jenem kleinen Markt im Oberallgäu, der durch seine Festspielbühne auch schon vor Kluftinger vielen ein Begriff war. Nur, seitdem der bärbeißige Allgäuer rund um Altusried ermittelt und seine Fälle gar mit dem Bayerischen Fernsehpreis dekoriert auch die Mattscheiben erobert haben, ist Altusried außerdem ein Reiseziel für Kluftinger-Fans.

Und die Beliebtheit treibt skurrile Blüten. Wie etwa jenes Grab, das der Inhaber eines Altusrieder Bestattungsunternehmens im Mai auf dem örtlichen Friedhof aufbaute - für eine Figur aus dem ersten Kluftinger-Krimi "Milchgeld". Da wird nämlich ein Lebensmitteldesigner namens Philip Wachter ermordet. Und bei dessen Beerdigung erspäht Kluftinger einen Verdächtigen, dem er nachsetzen will, aber stattdessen in einem frischen Grabhügel landet.

Das Grab hatte der Bestattungsunternehmer, der in der TV-Verfilmung eine Nebenrolle als Sargträger spielte, mit der Genehmigung der Gemeinde aufgebaut, weil sich immer wieder Krimifans nach dem Wachter-Grab erkundigt hatten. Jetzt hat er es wieder abgebaut. In Altusried hatten sich die Stimmen gehäuft, die das Ganze pietät- und geschmacklos fanden. Als beim Bestatter Anrufe eingingen, die "unter der Gürtellinie waren", räumte er das Grab ab. Dabei ist die Reaktion der Altusrieder nur konsequent und ganz dem Naturell Kluftingers geschuldet. Der hätte so eine Luftnummer wohl mit einem bärbeißigen "Priml, hats des jetzt au no braucht" quittiert.

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