Winnetou und Lucky Luke im Familienmuseum

Spielerisch vermittelt: Um das Bild der Deutschen von Cowboys und Indianern geht es in einer Familienausstellung im Badischen Landesmuseum.

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"Buffalo Bills Wild West Show" tourte 1906 durch Deutschland. 200 Indianer, Cowboys, Postkutschen, Pferde und Büffel lieferten eine grandiose Show. Der Mythos von der Freiheit des amerikanischen Westens, das Bild vom wilden Indianer und vom Lasso schwingenden Cowboy - zum Greifen nah. "Tausende kamen zu den in einer Zeltarena aufgeführten Shows. Und schon bald gründeten sich in Deutschland die ersten Gruppen und Vereine, denen das Zuschauen nicht mehr reichte, sondern die in ihrer Freizeit selbst begannen, Indianer und Cowboys zu spielen", sagt Claudia Binswanger vom Badischen Landesmuseum in Karlsruhe. Zur gleichen Zeit verkauften sich Karl Mays Romane um Winnetou und Old Shatterhand millionenfach. Karneval ohne Indianerkostüm? Undenkbar.

Die Ausstellung "Cowboy und Indianer - Made in Germany" will zeigen, wie prägend dieser Wilde Westen in der deutschen Alltagskultur ist. Es geht nicht um völkerkundliche Darstellung, sondern um die Wild-West-Vorstellung der Deutschen. Mainzer Filmwissenschaftler haben einen Überblick über Westernfilme erarbeitet: Schon um 1916 wurde der erste deutsche Stummfilm-Western in Heidelberg gedreht. Dass Klischees dominierten statt einer realistischen Sicht auf die Welt der Indigenen, tat dem Publikumserfolg keinen Abbruch.

Mit einer klassischen Ausstellung hat die aufwendig gestaltete Präsentation im Karlsruher Schloss wenig zu tun. Vielmehr setzen die Ausstellungsmacher darauf, ihr Publikum zu unterhalten und wie nebenbei zum Nachdenken zu bringen. Wer mag, kann sich mit Cowboyhut oder Federn kostümieren. Kinder können Indianerzelte oder eine Kletterecke erkunden. Per Computerspiel-App geht's auf Bisonjagd, im Saloon wird gezockt. Das neue Konzept, das Wissensvermittlung mit Spiel und Unterhaltung verbindet, soll künftig wichtiger Bestandteil der Museumsarbeit sein, sagt Eckart Köhne. Der Museumschef will Besucher zu aktiven Nutzern machen, die gewaltigen Sammlungsbestände sollen in den nächsten Jahren digital erschlossen werden.

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