Wichtige Stimme Lateinamerikas: Mario Vargas Llosa

Er gehört zu den prominentesten literarischen Stimmen aus Lateinamerika. Auch politisch mischt Mario Vargas Llosa mit. Nun wird er 80 Jahre alt.

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Zuletzt sorgte Mario Vargas Llosa mit seinem Privatleben für Schlagzeilen. Im vergangenen Jahr machte die spanische Presse sein Verhältnis zu der Journalistin Isabel Preysler publik. Seither verfolgen die bunten Blätter begierig die Liaison zwischen der 65-jährigen "Perle von Manila", einst Gattin von Julio Iglesias, und dem Literaturnobelpreisträger aus Peru, der für die Beziehung seine zweite Ehefrau verließ. Am Montag wird der Autor, der auch die spanische Staatsbürgerschaft besitzt, 80 Jahre alt.

"Der Aristokrat mit dem Lächeln eines Kaimans", wie die "Neue Zürcher Zeitung" ihn nannte, gehört zu den bekanntesten Stimmen Lateinamerikas. Erste Versuche als Schriftsteller machte Vargas Llosa in jungen Jahren. Ein Resultat war das 1951 entstandene Theaterstück "Die Flucht des Inka", das, wie sich der Autor erinnert, so entstand wie die meisten Werke: "Immer wieder neu ansetzend und korrigierend, tausendmal einen völlig wirren Entwurf umarbeitend".

Längst nicht alles, was Vargas Llosa zu Papier brachte, konnte an den Erfolg seiner frühen Romane "Die Stadt und die Hunde" (1963) oder "Das grüne Haus" (1965) anknüpfen. Ein Motiv schimmert immer wieder durch: die kritische Auseinandersetzung mit Macht und Autorität vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Spannungen in Peru. Vieles davon hat Vargas Llosa am eigenen Leib erfahren. Er durchlebte eine schwierige Kindheit, erst im Alter von zehn Jahren lernte er seinen leiblichen Vater kennen.

Vor dessen Jähzorn flüchtete sich Mario in die Welt der Bücher. Vor allem die Abenteuerromane von Alexandre Dumas hatten es ihm angetan, schreibt er in seinem autobiografischen Werk "Der Fisch im Wasser". Die heldenhaften Kämpfe des Grafen von Monte Christo und der drei Musketiere - vielleicht ist darin ein Antrieb für seinen politischen Einsatz zu sehen.

Sein Augenmerk galt den Menschenrechten. Zum Beispiel als Mitglied der Widerstandsgruppe "Cahuide" im Kampf gegen die Militärherrschaft in den 1950er Jahren, oder Mitte der 1980er Jahre als Vorsitzender einer Untersuchungskommission, die Morde an acht Journalisten aufklären sollte. In diese Linie passt seine Kritik an der Verstaatlichung des Bankensektors Ende der 1980er Jahre. Es war dieser populäre Protest, der Vargas Llosa das Präsidentenamt bei den Wahlen 1990 anstreben ließ. Dass er bei dem Urnengang unterlag, hat er anfangs nur schwer verwunden. Seiner Lust an der Debatte konnte das wenig anhaben. So lieferte er sich bei der Präsidentschaftswahl 2011 hitzige Gefechte mit dem Erzbischof von Lima. Vargas Llosa unterstützte im Gegensatz zum Kardinal den linksnationalen Kandidaten Ollanta Humala, der später den Sieg über Keiko Fujimori davontrug.

2012 lehnte Vargas Llosa die ihm von der spanischen Regierung angetragene Leitung des Cervantes-Instituts ab. Die Tätigkeit sei "unvereinbar" mit seiner Arbeit. Die Literatur bleibt seine große Liebe.

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