Weihnachtskonzert: Mit dem Polar-Express zum Fest

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Die himmlischen Heere, aber mindestens ein Riesenaufgebot: Ulmer Spatzen und Junge Bläserphilharmonie gestern im 14-Uhr-Konzert beim „Abendsegen“.  Foto: 

Margherita, Schinken, Salami und zweimal „Abendsegen“. Pizza war am Sonntag gefragt, quadratmeterweise. Und natürlich das musikalische Gefühl. Das  Weihnachtskonzert der Ulmer Spatzen und der Jungen Bläserphilharmonie (JBU) gehört zu den beglückenden Höhepunkten in der Adventszeit, aber Hochachtung durften die Zuhörer allein schon mal dem Einsatz der 300 jungen Sänger und In­strumentalisten zollen und den souveränen Dirigenten. Zwei Zwei-Stunden-Konzerte hintereinander boten sie in der Pauluskirche, um zwei und um fünf. Sehr professionell, besser gesagt: Ein Profi würde das kaum durchziehen wollen mit nur kurzer Pause.

Die Pizza zwischendurch half, auch um fünf war das Riesenensemble top präsent. Nach der „Carol Fantasy“ der JBU von der Altarempore aus waren die Kleinsten vom Vorchor der Spatzen wieder dabei und sangen gewissermaßen strahlend von sich selbst: „Kinder, Kinder, tanzt und singt“. Der Kinderchor war nicht weniger erwartungsvoll fröhlich gestimmt: „Weihnachten klopft an die Türe“.

Begleitet von einem erstklassigen Harfen-Solo (Juliane Horvath) begann der Jugendchor unter Hans de Gilde mit zwei Sätzen aus John Rutters Sammlung „Dancing Day“. Zu „Carol of the Bells“ in einem Satz des Ulmer Kantors Andreas Weil steuerte Sebastian de Gilde den groovigen Bass bei, Barbara Comes war sowieso an diversen Tastenin­strumenten die vorzügliche Begleiterin. Riesenbeifall ernteten die Spatzen mit einem modern klanggeschärften, gedankenvoll ausklingenden „Stille Nacht“ (Roland Assion), um sofort in Bob Chilcotts jazziges „Gloria“ auszubrechen. Schließlich ergreifende Klänge von Kinder- und Jugendchor, die Zuhörer im ganzen Kirchenraum eingemeindend: „Chiara è  la notte“ und „Ubi caritas“.

Das Nachwuchsorchester der JBU spielte neobarock Pachelbel‘s Christmas“, zu der auch „Jingle Bells“ gehört, und schob das Medley „Traditional German Christmas“ hinterher. Das Große Orchester stieg mit Lokführer Josef Christ gleich in den „Polar-Express“ ein und düste zum Nordpol, spielte also die prächtige „Concert Suite“ der Filmmusik von Alan Silvestri. Und das Glöckchen, das in diesem Märchen nur hören kann, wer an den Weihnachtsmann glaubt? Klar, haben alle in der Pauluskirche gehört. In Robert van Beringens „A Baroque Triptych“ leuchtete nicht nur der Morgenstern, plötzlich ertönte feierlich Händels „Halleluja“. Und auch Oper fehlte nicht: Endlich mal Giacomo Puccinis in Paris spielende „La Bohème“ wirklich (fast) an Weihnachten: das farbenvoll-turbulente Treiben im Quartier Latin aus dem 2. Akt samt Musettas Walzer, arrangiert vom Japaner Kazuhiro Morita. Riesenjubel.

Was der Radetzky-Marsch in den Neujahrskonzerten dieser Welt bedeutet, das ist ungefähr Humperdincks „Abendsegen“ aus „Hänsel und Gretel“ beim Weihnachtskonzert von Spatzen und JBU: das traditionelle Finale. Ein wunderbares Bild, ein wunderschöner Klang. Und noch ein finales „O du fröhliche“.

Spenden An die Aktion 100 000 und Ulmer helft geht wieder der Erlös der Weihnachtskonzerte von Ulmer Spatzen und Junger Bläserphilharmonie Ulm. Erst kürzlich wurde der Scheck mit der stolzen Summe aus dem vergangenen Jahr übergeben: 6350 Euro.

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