Von Unterleib zu Überbau

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Das ist mal ein potentes Buch. Nicht nur wegen eines Satzes wie: „Das Glied wird nicht steif, stand nicht zur Debatte.“  Nicht nur, weil es auf vielen der 432 Seiten um selten gut geschilderten  Sex geht, sondern weil Gerhard Falkner ein hochgebildeter Mann ist. Mit „Apollokalypse“ (Piper, 22 Euro) hat der 1951 geborene Lyriker sein Romandebüt vorgelegt und kam auf die Longlist für den Deutschen Buchpreis. Die Kritiker feierten die brillante Prosa als den Berlin-Roman über die 80er und 90er, mit einem schillernd intellektuellen, zwielichtigen Protagonisten, der es mit RAF und Stasi zu tun hat. Seine Frauen parlieren zum Vorspiel über den Nouveau Roman, so geht es hin und her von Unterleib zu Überbau. Bis die Identität des Helden sich spaltet, und – Achtung, Deutschland-Roman! – Doppelgänger und Teufel ins Spiel kommen. Was Falkner eigentlich erzählen will? Diese Kritik setzt er natürlich mit einer selbstreferenziellen Volte schachmatt. Indes, bei allen literarischen Liebesspielen – die Leselust ermattet allmählich. lgh

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