Viel Lärm um nichts: Guggenheim Lab endet friedlich

Mehr als 25 000 Menschen haben in den vergangenen sechs Wochen das reisende Forschungslabor "Guggenheim Lab" in Berlin besucht.

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Im Leichtbau-Laboratorium bot das fünfköpfige Expertenteam des Guggenheim Lab in Berlin ein buntes Potpourri unterschiedlichster Veranstaltungen. Foto: dpa

Wie soll die Stadt der Zukunft aussehen? Dieser Frage ist das Guggenheim Lab in Berlin sechs Wochen lang nachgegangen. Gestern ging es zu Ende. Zu Beginn, im März, hatte die amerikanische Guggenheim Stiftung wegen Gewaltdrohungen aus der Szene ihr reisendes Forschungslabor im Multikulti-Viertel Kreuzberg absagen müssen. Stattdessen schlug das BMW Guggenheim Lab sein Lager im bürgerlichen Prenzlauer Berg auf.

Nach sechs Wochen ist kaum mehr vorstellbar, wie Bastelkurse, Gärtnern und haufenweise Gutmenschen-Gespräche für so viel Aufregung sorgen konnten. "Nach den Debatten im Vorfeld bin ich wirklich ein bisschen enttäuscht, dass wir keine härteren und kontroverseren Diskussionen hatten", gestand der Berliner Programm-Manager Lutz Henke in einer ersten Bilanz.

Mit drei Laboren in neun Weltstädten will die Guggenheim-Stiftung innerhalb von sechs Jahren Vorschläge für das Leben in den Megacities der Zukunft erarbeiten. In Berlin nahmen bis zum Abschlusswochenende rund 24 000 Menschen an den 300 Veranstaltungen teil - etwa 570 Besucher pro Tag. Bei der ersten Station in New York im vergangenen Jahr waren es rund 800 Menschen.

In ihrem Leichtbau-Labor im idyllischen Hinterhof des Kulturzentrums Pfefferberg bot das fünfköpfige Expertenteam ein buntes Potpourri unterschiedlichster Veranstaltungen vom Fahrradkurs für Frauen und Roboter bauen bis zu Diskussionen um die Zukunft und ein Langzeitprojekt zur Erfassung ungenutzter Räume in der Stadt.

"Wie eine kostenlose Sommeruniversität im Kleinen", sagt Kuratorin Nicanor, die mit der Publikumsresonanz durchaus zufrieden war. Die unterschiedlichsten Menschen seien gekommen. Nur die Kritiker vom Anfang ließen sich kaum blicken. Sie hatten befürchtet, dass ihr Viertel durch das Labor aufgewertet und damit für die bisherigen Mieter zu teuer werden könnte. Für den italienischen Wissenschaftler Carlo Ratti vom Massachusetts Institute of Technology (USA) war der Protest im Nachhinein das Beste: "Er hat gezeigt, wie drängend die Zukunftsfragen unserer Städte wirklich sind."

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