Verein will "Haus der Zeichen" schaffen

HfG-Professor Martin Krampen hat ein umfangreiches wissenschaftliches Werk zur Semiotik hinterlassen. Ein Verein will das jetzt aufarbeiten. Ziel: ein „Haus der Zeichen“.

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„Noch haben wir kein Haus.?.?.“ steht unter dem Logo eines neuen Vereins, der sich jetzt in Ulm gegründet hat. Dessen Ziel ist es, den umfangreichen wissenschaftlichen und künstlerischen Nachlass des im vergangenen Sommer verstorbenen einstigen HfG-Professors Martin Krampen – erst in Ulm, später viele Jahre in Schwäbisch Gmünd und Berlin tätig – aufzubewahren, aufzuarbeiten, zu digitalisieren und letztlich der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Am besten in Form eines Museums mit Archiv. Entsprechend seines Fachgebiets, der Semiotik (Lehre von den Zeichen), soll das „Haus der Zeichen – House of Signs“ heißen.

So nennt sich auch der Verein, zu dessen Gründung sich etwa 20 Interessierte in der Pro-Arte-Galerie im Kornhauskeller einfanden. Dazu geladen hatten Krampens langjährige Partnerin und Nachlassverwalterin, die Fotografin und Galeristin Reintraut Semmler, Krampens ehemalige Mitarbeiterin Ingrid Lempp und Erhard Gross, der Vorsitzende der Ulmer Kunststiftung, als Gastgeber. Noch warten die Initiatoren zwar auf die amtsgerichtliche Anerkennung der Gemeinnützigkeit, doch das Interesse reiche schon jetzt weit über Ulm hinaus, berichtet Reintraut Semmler. Es gebe Anfragen aus Frankreich ebenso wie aus Kolumbien. „Von Fachleuten und vielen Menschen, die ihn kannten.“

Im Moment lagert der Nachlass des Künstlers und Gelehrten, der etwa 40 Jahre lang eines der Dozentenhäuschen auf dem Hochsträß bewohnte, in 74 Kartons in der alten Bibliothek der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd. Dort könnten seine Schriften und die Bücher aus seiner Fachbibliothek aber „nicht ewig bleiben“, sagt Semmler, die das „Haus der Zeichen“ am liebsten im seit April leerstehenden Haus Krampens, das der HfG-Stiftung gehöre, untergebracht sähe. Platz biete das weitestgehend im Originalzustand erhaltene Haus nahe der HfG genug. Und die Sanierung wäre bei einer Nutzung als Architektur-Beispielhaus und Archiv weniger aufwändig, als bei einem Wohnhaus.

Der künftigen Vorsitzenden Ingrid Lempp hingegen schwebt eine Einrichtung in einer größeren Stadt vor. Zumal sie den Fundus gern erweitern und mit Roland Posners in Berlin bereits bestehendem „Archiv für Semiotik“ zusammenführen würde. Semiotik werde heute in Deutschland nur noch in Gmünd, Chemnitz, Passau und Berlin gelehrt. Gerade in Zeiten verstärkter Zuwanderung diene das Verständnis von Zeichen aber auch der Integration. Deshalb sollte das „Haus der Zeichen“ die internationale Forschung unterstützen – und zum „Treffpunkt für Semiotiker aus aller Welt werden“.

Auch wenn der Standort noch offen ist: Wer ein „House of Signs“ zur Pflege von Martin Krampens Nachlass unterstützen möchte, möge sich an ingrid.lempp@gmx.de oder Reintraut Semmler unter galerie_zeughaus_ulm@yahoo.de wenden.

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