Unduzo: Knackig, kernig, kultiviert

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Tolle Show: Unduzo im Kornhaus.  Foto: 

Mit A-cappella-Gesang  kann man keinen Blumentopf gewinnen? Aber Preise! Davon hat  Unduzu  etliche – auch den Publikumspreis des A-cappella-Award in Ulm 2016. Die fünf Jackettträger mit starken Stimmen haben das Wiedersehen und -hören jetzt zu einem heiteren Kuss auf die Ohren gemacht.

Im Gepäck hatten die charismatischen Stimmkünstler, die auch für andere schreiben, eigene Lieder mit deutschen Texten. Ihre neue Bühnenshow begeisterte unter dem Titel ihres  dritten  Silberlings „Schweigen Silber, Reden Gold“ mehr als 200 Besucher.

Kein Zweifel, das Metier der feinen A-cappella-Kunst beherrschen die Fünf, die Unduzo 2008 beim gemeinsamen Musikstudium gegründet haben. Knackig, kernig ist ihre clevere Mischung  aus vielstimmigen Melodien und intelligenten, teils ­poetischen Texten („Die Nacht“) aus Patrick Heils Feder, in Maßen gewürzt mit Gruppenchoreografie und Comedy. Und natürlich ihre kultivierten Sangeskünste. Während Linda Jesse (Choreografie) ihren wandlungsfähigen Mezzosopran und Musical-Erfahrung einbringt, liefern Julian Knörzers Stimmbänder als Mundschlagzeug – „buffchakachakpengpeng“ – eine komplette Beat-Box.

Draht zum Publikum

Locker und ungekünstelt wechseln die Fünf als Front- oder Chorussänger und bei Zwischenansagen. Schon anfangs findet  der tenorale Baseballkäppi-Träger Heil, der für Kontakte auch öfter in den Mittelgang herab steigt, den richtigen Draht zum Publikum. Das steuert beim Waldläufer-Lied vielstimmig Geräusche bei: knarzende Bäume, Wind, Schmerzensschreie, Herzpuppern oder Schweinegrunzen. Ein Knaller. Der Spaß ist groß, die weitere Mitmachlaune auch. Die Lieder zeichnen sich durch komplexe und innovative Pop- und Funk-Grooves aus. Ausgeklügelte  fünfstimmige Harmonien werden  präzise gesungen.  Die Arrangements über computergestützten Rhythmen und Soundeffekten sind vielschichtig, die Beats ansteckend.

Thematisch geht’s um Liebe, Beziehungsstress, der Linda Jesse aggressiv macht,  und Alltagsgeschichten. Richard Leisegang, der Schlacks mit langem Bass bis zum Falsett und  Manager der Gruppe, verkündet „In der Ruhe liegt die Kraft“. Cornelius Mack kommt in „Hausmeister“ groß raus, Heil in der schrägen Nummer „Gigolo“ als Supermacho.

Nach dem gerappten „Jammerlappen“ war noch nicht Schluss. Das Publikum erklatschte zwei Zugaben.

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